Wetterexperte mit düsterer Prognose

Messungen schockieren: Hohe Temperaturen in Sibirien haben fatale Auswirkungen auf das Klima

Eine US-Wetterbehörde hat schockierende Daten veröffentlicht. Dieser September ist der Wärmste seit Beginn der Messung. Die Auswirkungen in Sibirien könnten weltweit fatale Folgen haben.

  • Wetter: 2020 ist auf dem Weg zum Rekordjahr
  • Ein Wetterexperte gibt eine düstere Einschätzung der Situation
  • Hohe Temperaturen in Sibirien könnten fatale Auswirkungen auf das Klima haben

Offenbach - Die Coronakrise hat den Klimawandel an den Rand der politischen Debatte geschoben. Doch neue Daten der US-Wetterbehörde NOAA machen deutlich: Der Klimawandel beeinflusst unser Wetter immer stärker. Das Jahr 2020 ist auf dem Weg ein Rekordjahr zu werden.

Dieser September ist der weltweit der Wärmste seit Beginn der Messung im Jahr 1880, zeigen auch Daten des europäischen Wetterdienstes. In Deutschland wurden im September Hitze-Rekorde gebrochen. Besonders stark ist die Region um Sibirien von dem sich verändernden Wetter und steigenden Temperaturen betroffen. „Diese Region liegt abseits vom Rest der Welt, könnte jedoch fatale Folgen für die weitere Entwicklung unseres Klimas haben“, warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

Steigende Temperaturen führen dazu, dass der Permafrostboden in Sibirien taut. Die Veränderung des Wetters könnte fatale Auswirkungen haben.

Wetter: Extreme Temperaturen machen September zum Rekordmonat

Das liegt vor allem an dem Permafrostboden in Sibirien. Durch das warme Wetter taut dieser seit Monaten immer weiter auf. Bei Permafrostböden handelt es sich um dauerhaft gefrorenen Boden. Weltweit sind etwa 25 Prozent der Erdoberfläche Permafrostböden, so die Helmholtz-Gemeinschaft. Dadurch können im Boden gebundene Treibhausgase wie Methan oder Kohlenstoffdioxid entweichen.

Die wärmsten JahreAbweichung vom globalen Durchschnitt
19980,65 Grad
20050,67 Grad
20100,72 Grad
20160,99 Grad
20190,95 Grad

Die freigesetzte Treibhausgase gelangen anschließend in die Atmosphäre und treibt so die Erderwärmung weiter an. „Das ist ein sehr gefährlicher Kreislauf. Die Lage ist wirklich ernst und geht bei der Corona-Debatte derzeit ganz schön unter“, sagt Meteorologe Dominik Jung. In Westsibirien war das Wetter bereits im Winter 2019 und Frühjahr 2020 ungewöhnlich warm und bewirkte so einen Rückgang des Permafrostbodens.

Wetter: Tauender Permafrostboden könnte fatale Auswirkungen auf Klima haben

Bei einer Messung fanden Wissenschaftler heraus, dass die Eisschicht in Yamalo Nenets in Sibirien im Mai tiefer als gewöhnlich begann. „Statt der üblichen 40 Zentimeter kommen wir hier auf etwa 55 Zentimeter“, beschreibt Wissenschaftler Sergey Loiko von der Universität Tomsk die Auswirkungen des warmen Wetters gegenüber Euronews. „Normalerweise messen wir diese Tiefe der aktiven Schicht am Sommerende oder Mitte September. Der Permafrost taut also etwa einen Monat früher. Und im Herbst sinkt er noch tiefer.“

Der skandinavische Wissenschaftler Gustaf Hugelius schätzt, dass im Jahr 2100 die gleiche Menge von Emissionen durch den tauenden Permafrostboden freigesetzt werden wie von der EU. Die Situation in Sibirien könnte laut Wetterexperte Jung dazu führen, dass die Klimaziele nicht erreicht werden.

Wetter-Rekord: Wird 2020 das wärmste Jahr seit Beginn der Messung?

Das Jahr 2020 ist dabei kurz davor einen weiteren Wetter-Rekord zu knacken. Es könnte das wärmste Jahr seit Beginn der Messung werden, denn es liegt derzeit dicht hinter dem Jahr 2016, das bisher das wärmste Jahr seit 1880 ist. (Von Sarah Neumeyer)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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