Prognose

Wetter Deutschland: Schneit es an Weihnachten? Meteorologe sagt Wende voraus

Viele Menschen wünschen sich auch 2020 Schnee zu Weihnachten. Ein Meteorologe erklärt, wie die Chancen dafür stehen.

  • Wie wird das Wetter in Deutschland an Weihnachten 2020?
  • Die milden Temperaturen im Dezember lassen kaum noch auf Schnee an den Feiertagen hoffen.
  • Vorhersage: Laut einem Experten gibt es jedoch zu Heilagend eine Wende beim Wetter.

Update vom Samstag, 19.12.2020, 09.47 Uhr: Es ist eine Frage, die aktuell viele Menschen in Deutschland beschäftigt: Wird es zu Weihnachten schneien oder nicht? Ersten Prognosen zufolge war ein Temperatursturz zu Heiligabend eher unwahrscheinlich. Nun gibt es jedoch eine Wende beim Wetter.

Zwar sollen die Tage vor Weihnachten zunächst immer wärmer werden, ab Heiligabend wird es jedoch wieder kälter, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Portal wetter.net. Vor den Feiertagen seien erstmal Höchstwerte über der 10-Grad-Marke möglich. „Der Höhepunkt der Wärme wird Dienstag und Mittwoch erwartet“, so Jung. Frühlingstemperaturen bis 17 Grad im Westen und Südwesten von Deutschland sind nicht unwahrscheinlich.

Wird es im Jahr 2020 weiße Weihnachten geben?

Wetter an Heiligabend in Deutschland: Schneefallgrenze sinkt

Dann rutschen die Werte laut Dominik Jung jedoch wieder auf 3 bis 10 Grad ab. An Heiligabend prognostiziert er in weiten Teilen nasskaltes Wetter. Aus dem Regen kann jedoch auch Schnee werden. Die Schneefallgrenze sinke auf 600 bis 800 Meter. Ähnlich sieht es an den Feiertagen aus. Auch wenn die Chancen auf weiße Weihnachten im Flachland weiterhin schlecht aussehen, in den höheren Lagen in Deutschlad ist es durchaus möglich.

Wetter in Deutschland: Vielleicht weiße Weihnachten? Experte mit Prognose

Erstmeldung vom 11.12.2020: Offenbach – In den vergangenen Jahren war Schnee an Weihnachten in den meisten Regionen von Deutschland eher Wunsch als Wirklichkeit. Der Dezember 2019 war sogar überdurchschnittlich mild. Ob es zum Weihnachtsfest 2020 ähnlich aussehen wird, bleibt abzuwarten. Erste Prognosen zum Wetter gibt es jedoch bereits. Ein Experte legt sich beim Thema „weiße Weihnachten“ sogar schon fest.

Der Start in den meteorologischen Winter ließ Anfang Dezember noch auf weiße Weihnachten hoffen. In etlichen Regionen fiel Schnee bis ins Flachland. So schnell wie er kam, war er aber auch schon wieder geschmolzen. Nur in den Alpen sorgten Unwetter für hohe Lawinengefahr. Doch nach der „Kältepeitsche“, wie Diplom-Meteorologen Dominik Jung sie nannte, traf der nächste „Wärmeberg“ auf Deutschland. Warme Luft fegte die kalte weg. Keine guten Aussichten für Schnee an Weihnachten. Das Wetter könne sich jedoch noch ändern.

Weihnachten 2020: Gibt es Schnee an den Feiertagen? Wetter-Statistik gibt Aufschluss

Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Deutschland ist statistisch gesehen relativ gering. Nach Vergleichen des DWD der Jahre 1951 bis 2008 „gibt es beispielsweise im Flachland und in den Flussniederungen im Westen und Südwesten sowie im nordwestdeutschen Tiefland nur in 10 Prozent der Fälle eine geschlossene Schneedecke über Weihnachten“, heißt es in einem Bericht des Deutschen Wetterdienstes mit Sitz in Offenbach. Im Norden und Nordosten zwischen 15 und 25 Prozent, in den Mittelgebirgen ist die Wahrscheinlichkeit höher, in den Kammlagen der Mittelgebirge sowie in den Alpen am höchsten. Ob sich das Wetter jedoch an die Statistik hält, bleibt abzuwarten. Winterfreunde sollten die Hoffnung also noch nicht komplett aufgeben.

Auch die Aussage, dass die Häufigkeiten von weißer Weihnacht in Deutschland abgenommen haben, stimmt laut DWD nicht. Signifikant verändert haben sie sich nach den Meteorologen nicht. Weiße Weihnachten blieben „einfach länger im Gedächtnis“. Wie zum Beispiel das letzte besonders kaltes und schneereiches Weihnachten 2010 mit einer Durchschnittstemperatur von -3,5 Grad. Solche Temperaturen sind jedoch laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung für Weihnachten 2020 unwahrscheinlich. Seine Prognose fürs Wetter dämpft die Hoffnung auf Schnee extrem.

Experten-Prognose für Weihnachten: „Zunehmende Einigkeit“ der Wetter-Modelle

Wie der Wetter-Experte erklärt, sei die Ausgangslage für Schnee an Weihnachten, zumindest für Deutschland, aktuell eher schlecht: „Die Sache mit weißen Weihnachten können wir in diesem Jahr mal wieder vergessen.“ Er prognostiziert beim Wetter eine zunehmende Westlage mit Regenfällen bis in die höheren Lagen.

Region in DeutschlandWahrscheinlichkeit auf Schneedecke über Weihnachten
Flachland im Westen, Südwesten, Nordwestdeutsches Tiefland10 %
Norden und Nordostenzwischen 15 und 25 %
Mittelgebirgen30 bis 50 %
Quelle: DWD (auf Grundlage der Jahre 1951 bis 2008)

„Schaut man sich die verschiedenen Wettermodelle an, so herrscht eine zunehmende Einigkeit und das bis Weihnachten“, so Jung. Ein Kälteeinbruch wird es beim Wetter im Dezember also laut aktuellem Trend nicht mehr geben. Schnee sei unterhalb von 500 Metern unwahrscheinlich. Für den 4. Advent (20.11.2020) werde zudem ein kleiner Sturm auf der Wetterkarte angezeigt. Richtiges Schmuddelwetter erwartet Deutschland also.

Weiße Weihnachten in Deutschland? DWD gibt wenig Hoffnung: Es gibt Schmuddelwetter

Auch die Vorhersage für das Wetter in Deutschland vom Deutsche Wetterdienst (DWD) mit Sitz in Offenbach malt ein ähnliches Bild. In der Prognose bis zum 4. Advent wird eher ein neblig-trübes Wetter erwartet mit vereinzelnd Regen und Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad. Nur in den Hochlagen kann es „ein paar Schneeflocken“ und Minustemperaturen geben. Ein genaues Bild zum Wetter an Weihnachten wird es erst kurz vor den Feiertagen geben, die Tendenz ist jedoch ähnlich.

Der Traum vom Schnee: Wird es 2020 endlich weiße Weihnachten geben? Der Hundertjährige Kalender phrophezeit.

Die Monatsprognosen vom Deutschen Wetterdienst, vom europäischen Wetterdienst und vom US-Wetterdienst NOAA prognostizieren einen warmen Dezember und sehr milden kommenden Winter 2020/21. Auch im Februar soll es beim Wetter noch extremer werden. Nach ersten Prognosen soll er 3 Grad Celsius wärmer ausfallen als im Klimamittel. „Winterfreunde müssen tief Luft holen, denn die Zahlen sehen schockierend aus“, sagt Jung. (svw)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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