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Wetterdienst rechnet mit „rekordverdächtigem Winter 2022/2023“

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Von: Franziska Vystrcil

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Nur noch wenige Monate, dann steht der Winter vor der Tür. Während sich viele über Schnee freuen würden, wünschen sich andere milde Temperaturen. Das sind die Prognosen der Wetterdienste.

Stuttgart - Vor allem am Abend und in den frühen Morgenstunden sind die ersten Anzeichen des Herbstes zu spüren: Im Vergleich zu den vergangenen Wochen ist es deutlich kühler geworden. Auch wenn uns laut den Langzeitprognosen ein Altweibersommer und ein goldener Oktober bevorstehen - der Winter rückt immer näher.

Langzeitprognosen geben auch darüber Auskunft, was wir in den Wintermonaten 2022/2023 in Sachen Temperaturen erwarten können. Die Vorhersagen für die Zeit von Dezember bis Februar könnten den einen oder anderen überraschen, berichtet BW24.

NOAA berechnet einen der „wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“

Die NOAA, die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, rechnet mit einem „Mildwinter“ 2022/2023. Und nicht nur das: Nach einem Rekord-Sommer 2022 könnte auch der diesjährige Winter in die Geschichte eingehen. Von Osteuropa über Mitteleuropa, teilweise auch nach Westeuropa, soll der Winter im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 1 bis 2 Grad wärmer ausfallen. Doch was genau das für unser Wetter in Deutschland bedeutet, zeigt sich erst beim Blick auf eine Übersicht der Temperaturabweichungen von 1880 bis 2021. Diese zeigt die bisherigen Mitteltemperaturen in den Wintermonaten in Deutschland.

Meteorologe Dominik Jung zeigt anhand eines Temperaturendiagramms, dass der Winter 2022 besonders warm werden könnte
Laut Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA könnte der Winter 2022/2023 rekordverdächtig warm werden. © Screenshot BW24/wetter.net

Wenn jetzt der aktuelle Winter 1 bis 2 Grad wärmer werden sollte, würde er weit über dem Mittel liegen. „Es wäre tatsächlich einer der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Also ein rekordverdächtiger Winter könnte das in diesem Fall werden“, sagt Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Auch einen frühen Wintereinbruch im Oktober haben wir laut Prognosen nicht zu befürchten.

Laut dem Wetterexperten handelt es sich bei den Vorhersagen von NOAA um „seriöse, wissenschaftliche Karten, die mit allem Hintergrundwissen erstellt werden“. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Winter wärmer wird als üblich, ist somit sehr groß. Wann genau der erste Schneefall eintrete, seien hingegen Prognosen, die sich so lange im Voraus nicht seriös treffen ließen.

Kälte-Winter Fehlanzeige: Amerikanischer Wetterdienst berechnet „Mild-Winter“ 2022/2023

NOAA hat auch Prognosen über die Mittelwerte der einzelnen Monate getroffen. Im Dezember geht der amerikanische Wetterdienst eine Abweichung von +2 Grad aus - und das in beinahe ganz Europa. Lediglich ganz im Norden Deutschlands beträgt die Abweichung 0,5 bis 1 Grad. Der europäische Wetterdienst sagt ebenfalls einen eher zu milden Dezember voraus. Allerdings liegen die Prognosen hinsichtlich der Temperaturabweichungen nicht ganz so hoch, wie bei der NOAA. 0,5 bis 1 Grad soll es laut dem europäischen Wetterdienst im Dezember zu warm werden.

Ein Mann zieht bei Schneefall einen Schlitten, auf dem ein kleines Kind sitzt
Ob das Wetter in Deutschland uns dieses Jahr wieder viel Schnee bringt? © Daniel Bockwoldt/dpa

Auch der Januar soll laut der NOAA mild ausfallen, genauer gesagt 0,5 bis 1 Grad zu warm. „Und das könnte noch der Monat sein, mit der geringsten Abweichung nach oben“, sagt Dominik Jung. Zumindest, was das amerikanische Modell betrifft. Denn die Europäer berechnen für den Start ins neue Jahr überhaupt keine Abweichung nach oben, demnach soll der Januar 2023 normal temperiert ausfallen. Aber: diesen Winter gibt es zumindest die Chance auf „ein klein wenig mehr Schnee“.

Der Folgemonat „zieht wieder voll an“, wie es Dominik Jung ausdrückt. Treffen die Prognosen der NOAA zu, wird es in Deutschland im Februar 2023 bis zu 2 Grad zu warm, in Ostdeutschland sind sogar bis zu 3 Grad mehr möglich. Der Meteorologe fasst zusammen: „NOAA und auch die Europäer sehen beide einen milden Winter, wobei die NOAA noch ein bisschen mehr nach oben auf einen Mild-Winter setzte, als die Europäer.“ Er gibt jedoch zu bedenken, dass die Prognosen des europäischen Wetterdienstes vom 1. August 2022 stammen und demnächst ein Update erhalten. Es bleibt also spannend, ob die Europäer ihre Prognosen an die der Amerikaner angleichen werden.

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