Erdbeobachtung

Wettersatelliten beobachten das Wetter aus dem All

+
Der Wettersatellit GOES-16 der US-Wetterbehörde NOAA zeigt ein Frontensystem über Nordamerika. Wettersatelliten beobachten das Wetter aus dem All heraus.

Wie wird das Wetter morgen? Wettersatelliten beobachten die Wetterlage aus dem All und liefern Daten, die für die Wettervorhersage verwendet werden.

  • 1960 startete der erste Wettersatellit, heute beobachten zahlreiche Satelliten das Wetter aus dem All
  • Wettersatelliten wie Meteosat liefern Daten über Wolken, Temperaturen oder Feuchtigkeit
  • Diese Informationen aus dem All werden für Wettervorhersagen genutzt

Wettersatelliten umkreisen die Erde, um Daten für Wettervorhersagen zu sammeln. Es handelt sich um Erdbeobachtungssatelliten, die unter anderem die chemischen und physikalischen Vorgänge in der Erdatmosphäre beobachten, aber auch die Erde direkt beobachten.

Ihre Nutzlast besteht aus verschiedenen Sensoren, die Strahlung hauptsächlich im sichtbaren und infraroten Bereich, messen. Manche Satelliten messen auch die elektromagnetische Strahlung von Erdoberfläche und Atmosphäre.

Wie Wettersatelliten Wolkenarten unterscheiden

In den Daten der Wettersatelliten können beispielsweise verschiedenen Wolkenarten unterschieden werden: Wolken aus Wassertropfen reflektieren besonders stark - sie erscheinen im sichtbaren Bereich sehr hell. Wolken aus Eiskristallen absorbieren und erscheinen im nahen Infrarotbereich sehr dunkel. Werden die verschiedenen Kanäle kombiniert, kann man auf vertikale Wolkenschichten schließen. Betrachtet man die Verlagerung von Wolken in aufeinanderfolgenden Bildern, kann daraus die Windrichtung bestimmt werden.

Sind keine Wolken im Weg, können Wettersatelliten die Temperatur von Erd- und Meeresoberfläche bestimmen - beides wichtige Daten für die Wettervorhersage. Auch Wellenbewegungen können durch Wettersatelliten gemessen werden. Die von mehreren europäischen Staaten gemeinsam betriebenen Meteosat-Satelliten liefern unter anderem Daten zur Wolkenbedeckung und Wolkenart, Temperaturen von Erd- und Wolkenoberflächen sowie Feuchteparameter.

Geostationäre und polarumlaufende Wettersatelliten beobachten die Erde

So genannte geostationäre Wettersatelliten fliegen in einer Höhe von 35.800 Kilometern über dem Äquator. Sie scheinen fest über einem Punkt der Erde zu stehen und liefern alle fünf bis 30 Minuten neue Bilder. Diese häufigen Aufnahmen helfen dabei, die Entwicklung von Wettersystemen im Blick zu behalten. Auch die Satellitenfilme, die man häufig bei Wettervorhersagen sieht, stammen von diesen geostationären Wettersatelliten.

Daneben gibt es auch Satelliten, die auf polaren Bahnen in einer Höhe von etwa 800 Kilometern um die Erde kreisen. Sie brauchen für eine Erdumrundung 100 Minuten und können die Erdoberfläche in 12 Stunden ein Mal komplett abtasten. Kombiniert man geostationäre und polarumlaufende Wettersatelliten, kann man das Wetter auf der Erde lückenlos beobachten. Im Einsatz sind unter anderem die Wettersatelliten Meteosat, GOES, MetOp, NOAA und Meteor.

Wettersatelliten beobachten aktuelles Wetter aus dem All

Wettersatelliten beobachten die aktuelle Wetterlage - vor allem auch in Gebieten, die schwer zugänglich sind, wie beispielsweise über Meeren. Die Daten der Satelliten werden verwendet, um Wettervorhersagen zu berechnen und ihre Genauigkeit zu überprüfen. Egal, ob Gewitter, Unwetter oder Orkan - bei ihrer Vorhersage werden Daten von Wettersatelliten genutzt.

Der erste Wettersatellit wurde am 1. April 1960 - also keine drei Jahre nach dem Start des Satelliten „Sputnik“ - in Betrieb genommen. Der US-Satellit „TIROS 1“ flog in rund 700 Kilometern Höhe um die Erde und sendete sein erstes Satellitenbild mit 500x500 Bildpunkten zur Erde. „TIROS 1“ funktionierte drei Monate und lieferte in dieser Zeit etwa 23.000 Bilder. 1966 schickten die USA den ersten geostationären Wettersatelliten „ATS-1“ in die Erdumlaufbahn. 1966 nahm auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) seine erste Satellitenempfanganlage in Betrieb. Zuerst wurden damit Bilder des US-Satelliten ESSA empfangen, später auch andere.

Von Tanja Banner

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare