Wettervorhersage

Wettervorhersage: Kann man sich auf Prognosen verlassen?

Ein beliebtes Gesprächsthema: Das Wetter. Noch beliebter ist es, sich über falsche Wettervorhersagen zu beschweren.

  • Wettervorhersagen sind gefragt
  • Die Prognosen zum Wetter werden zuverlässiger
  • Ganz genau wird eine Wettervorhersage nie sein

Seit Menschengedenken wird sich über das Wetter beschwert. Und seit es Wettervorhersagen gibt, natürlich auch über die Prognosen. Gefühlt, da ist man sich sicher, stimmt es nie, was Experten in Funk und Fernsehen uns ankündigen. Die Wahrheit aber ist, dass die meisten Prognosen so schlecht gar nicht sind. Zumindest dann, wenn sie die unmittelbare Zukunft betreffen. Inzwischen ist die Wettervorhersage für die kommende Woche ungefähr so zuverlässig, wie sie es vor dreißig Jahren für den nächsten Tag war. Eigentlich ein enormer Fortschritt.

Trotzdem aber scheinen viele der beliebten Wetter-Apps für Smartphones und die einschlägigen Internetseiten nur sehr unzuverlässig zu informieren. Was eventuell daran liegt, dass die Erwartungen an diese Dienste einfach zu hoch sind. 

Wettervorhersage: Nur über einen kurzen Zeitraum seriös

Auch wenn die 24-Stunden-Wettervorhersage eine Treffergenauigkeit von gut 90 Prozent erreicht, nimmt die Treffsicherheit für die kommenden drei Tage bereits merklich ab. Sie beträgt dann nur noch etwas mehr als 75 Prozent. Jeder Tag mehr lässt die Genauigkeit sinken. 

Wettervorhersagen sind Mathematik

„Das sind rein mathematisch errechnete Trendberechnungen“, sagt Karl-Heinz Nottrodt vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der Meteorologe erklärt, dass es zur Berechnung des Wetters zwei Superrechner in Europa gibt. Die könne man mit Daten füttern, und dann würde auch auf mathematischer Basis ein Ergebnis ausgespuckt.

Das Problem: „Sobald wir versuchen, das Wetter für mehr als drei, vier Tage vorherzusagen, sinkt die Trefferquote drastisch“, gibt Nottrodt zu. „Die Vorgänge, die in der Atmosphäre vor sich gehen und unser Wetter bestimmen, sind unglaublich kompliziert.“ Und der Wissenschaftler fügt hinzu: „Im Prinzip macht es manchmal mehr Sinn, sich auf die Siebenschläfer-Regel zu verlassen als auf Computer.“

Wettervorhersagen: Viele Faktoren spielen eine Rolle

Warum aber sind Prognosen über einen langen Zeitraum nicht seriös? Bei der Wettervorhersage spielen zu viele Faktoren eine Rolle, deren Zusammenspiel man bis heute und wohl auch in absehbarer Zukunft nicht vollständig analysieren kann.

Lokale Einflüsse machen so viel aus, dass die Treffsicherheit für die nächsten vier bis sieben Tage erheblich sinkt. Wie lange das Wetter noch einigermaßen vorhersagbar ist, hängt von der Wetterlage ab. Bei stabilen Wetterlagen, wie zum Beispiel lang anhaltenden Hochdruckwetter, ist der Zeitraum länger, während er bei Grenzwetterlagen oft nur wenige Tage beträgt.

Wettervorhersage oder eher Trend?

Im Allgemeinen gilt jedoch, dass das Wetter derzeit, ohne auf regionale Detailprognosen einzugehen, im Mittel etwa sieben Tage vorhersagbar ist. Bis zu zehn Tagen kann man noch einen groben Trend angeben. Keine der bislang verwendeten Methoden reicht über zwanzig Tage in die Zukunft hinaus, so dass längere Vorhersagen wie zum Beispiel saisonale Wetterprognosen unseriös sind und von den meisten Wetterberichterstattungen im Fernsehen und Radio auch gemieden werden.

Rubriklistenbild: © Danny Lawson/dpa

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