Apollo begnügt sich mit kleinem Infineon-Anteil

Neubiberg - Der Einstieg von Apollo bei Infineon ist geglückt. Der Finanzinvestor begnügt sich dabei allerdings mit einem deutlich geringeren Anteil als angepeilt.

Ein von Apollo Global Management verwalteter Fonds werde die noch verfügbaren rund 14 Millionen Aktien aus der Kapitalerhöhung zu einem Bezugspreis von 2,15 Euro zeichnen, teilte der Infineon am Dienstag in Neubiberg mit. Damit halte Apollo einen Anteil von rund 1,3 Prozent am erhöhten Infineon-Grundkapital. Apollo sei damit ein ganz normaler Aktionär des Unternehmens, sagte Infineon-Chef Peter Bauer in einer Telefonkonferenz.

Gleichzeitig kündigte Bauer den Einzug des früheren West-LB-Managers Manfred Puffer in den Infineon-Aufsichtsrat als Vertreter für die Anteilseigner an. Der Einstieg von Apollo war angesichts der hohen Nachfrage für die Aktien aus der Kapitalerhöhung bis zuletzt unsicher.

Der Finanzinvestor, der nach der Abmachung ursprünglich zwei Sitze im Aufsichtsrat des Halbleiterkonzerns anstrebte, war laut Abmachung nur zum Kauf von maximal 326 Millionen der neuen Aktien oder dann knapp 30 Prozent der Infineon-Anteile verpflichtet, wenn er bei der Kapitalerhöhung mindestens 15 Prozent an Infineon bekommt. Sollte es, wie es nun der Fall ist, weniger sein, hätte Apollo sein Engagement bei Infineon auch ganz bleibenlassen können.

Infineon erwartet aus dem Verkauf der insgesamt 337 Millionen Aktien einen Bruttoerlös von 725 Millionen Euro. Abzüglich der Gebühren für die Banken und einer vereinbarten Zahlung von rund 20 Millionen Euro an Apollo fließen Infineon damit netto rund 687 Millionen Euro zu. Mit der geglückten Kapitalerhöhung ist auch der Antrag von Infineon auf Staatshilfe vom Tisch. Zusammen mit den 250 Millionen Euro aus dem angekündigten Verkauf seiner Sparte für drahtgebundene Kommunikationschips (WLC) wäre der Konzern seine Schulden in Höhe von rund einer Milliarde Euro zum Großteil los.

dpa

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