Mehr Erwerbslose in Offenbach, weniger in Hanau

Nur schwacher Aufschwung

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Nürnberg/Frankfurt/Offenbach/Hanau - Der Frühjahrsaufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist im Mai ungewöhnlich schwach ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen sank nur um 61.000 auf 2.882.000.

Das sei eine Spätfolge des milden Winters, erläuterte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, in Nürnberg. Er betonte zugleich, dass der Arbeitsmarkt gut dastehe. Die Quote ging im Mai um 0,2 auf 6,6 Prozent zurück. Der schwache Frühjahrsaufschwung hat zwei Gründe: Zum einen war die Arbeitslosigkeit aufgrund des milden und schneearmen Winters zum Jahresbeginn weniger stark gestiegen als üblich. Zum anderen haben die Firmen in witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe, der Landwirtschaft oder dem Gartenbau in diesem Jahr früher angefangen, ihre Stellen zu besetzen.

Dem Frühjahrsaufschwung auf dem hessischen Arbeitsmarkt ist ebenfalls früh die Puste ausgegangen. Zwar sank im Mai die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen noch um rund 1 400 Menschen (0,8 Prozent) auf 184 653, wie die Regionaldirektion der BA in Frankfurt berichtete. Auch die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück. Doch die Experten hatten einen größeren Rückgang erwartet. Die Agenturen verzeichnen eine Zurückhaltung der Arbeitgeber bei Neueinstellungen. Die Nachfrage habe deutlich nachgelassen und im Mai einen der niedrigsten Werte seit langem erreicht, berichtete der Chef der hessischen Regionaldirektion, Frank Martin. Als Grund vermutet er die Unsicherheiten in Folge der internationalen Krisen.

In Stadt und Kreis Offenbach waren 17 121 Menschen arbeitslos gemeldet, 98 Personen oder 0,6 Prozent mehr als im April. Die Arbeitslosenquote blieb stabil auf dem Vormonatswert von 7,0 Prozent, wie die Agentur für Arbeit Offenbach weiter erklärte. „Die Entlastung, die sich im April für den Frühsommer abzuzeichnen begann, verlangsamt sich somit“, erklärte Thomas Iser, Leiter der Agentur für Arbeit Offenbach. „Zwar wurden mehr offene Stellen als im Vorjahr gemeldet. Das Plus fiel aber deutlich geringer aus als erwartet.“ In der Stadt Offenbach seien 7 207 Erwerbslose gemeldet gewesen, 0,8 Prozent weniger als im April, berichtete die Agentur. Die Quote sei auf 11,3 gegenüber 11,6 Prozent im Vormonat gefallen. An den Standorten im Kreis gab es unterschiedliche Entwicklungen.

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In Langen gab es einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. 3 825 Männer und Frauen seien arbeitslos gemeldet gewesen, 114 Personen oder 3,1 Prozent mehr als im Vormonat, teilte die Agentur mit. Die Arbeitslosenquote sei auf 5,8 nach 5,7 Prozent im Vormonat gestiegen. Auch im Bezirk Rodgau seien mehr Menschen arbeitslos gewesen. 3 671 Personen seien im Mai arbeitslos gemeldet gewesen, 61 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im April. Die Quote sei auf 5,8 Prozent gegenüber 5,7 Prozent im Vormonat gestiegen. Im Seligenstädter Bezirk gab es einen Rückgang. Im Mai seien 2 418 Erwerbslose registriert worden, 22 Menschen oder 0,9 Prozent weniger als im April. Daraus ergebe sich eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent gegenüber 4,7 Prozent im April.

Im Main-Kinzig-Kreis ist die Arbeitslosenzahl im Mai im Vergleich zum April um 1,3 Prozent oder 144 Menschen auf 11 017 Personen gefallen, wie die Hanauer Arbeitsagentur erklärte. Die Quote liege bei 5,1 Prozent. Im Bezirk der Hauptagentur Hanau seien im Mai 7 908 Personen arbeitslos gemeldet gewesen, 30 Menschen oder 0,4 Prozent weniger als im April. Die Arbeitslosenquote sei von 6,3 auf 6,2 Prozent zurückgegangen.

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dpa/ku

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