Winter belastet Arbeitsmarkt

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach - Der anhaltend strenge Winter hat die Arbeitslosigkeit im Januar noch einmal deutlich steigen lassen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte, nahm die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vormonat um 331.000 auf 3,347 Millionen zu.

Damit liegt sie aber immer noch auf dem niedrigsten Januar-Wert seit 1992. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,7 Punkte auf 7,9 Prozent.

„Bedingt durch Saison und kalten Winter sind viele Menschen arbeitslos geworden. Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt hat sich aber auch im Januar fortgesetzt“, fasste der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, zusammen. Demnach nahm die Zahl der Menschen ohne Job saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 13.000 ab. Und auch verglichen mit dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang um 270.000. „Dieser starke Anstieg im Januar ist üblich“, betonte Weise. So gebe es viele Entlassungen zum Jahresende, zum Beispiel durch das auslaufende Weihnachtsgeschäft.

Unterteilt in Bundesländer weist Baden-Württemberg mit 4,7 Prozent die bundesweit niedrigste Arbeitslosenquote auf, gefolgt von Bayern (4,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (6,1 Prozent). Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern (14,8 Prozent), Berlin (13,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13,0 Prozent).

Quote klettert in Hessen auf 6,5 Prozent

In Hessen stieg die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im Januar gegenüber dem Vormonat um 9,4 Prozent auf 201.780, wie die Regionaldirektion der BA in Frankfurt mitteilte. Die Quote kletterte damit um 0,5 Punkte auf 6,5 Prozent. Im Januar vor einem Jahr hatte die Quote noch 7,0 Prozent betragen, damals waren 215.652 Menschen als arbeitssuchend gemeldet gewesen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei dieses Mal stärker ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, stellte Agenturchef Frank Martin fest. Aus den aktuellen Zahlen lasse sich aber noch nicht herauslesen, wie sich das Jahr 2011 entwickele. Klar scheint immerhin, dass wegen des Winters vor allem in den witterungsabhängigen Außenberufen und der Logistik Leute entlassen wurden. Wegen des höheren Anteils der Außenberufe und des starken Logistikschwerpunkts hat Nordhessen im Januar seine Spitzenposition auf dem regionalen Arbeitsmarkt wieder abgeben müssen. Mit einer Quote von 6,7 Prozent lag der Regierungsbezirk Kassel gleichauf mit Gießen und nunmehr wieder hinter dem Bezirk Darmstadt mit dem Rhein-Main-Gebiet, der auf 6,4 Prozent kam.

In Stadt und Kreis Offenbach 14.482 Menschen arbeitslos

In Stadt und Kreis Offenbach waren im Januar 14.482 Menschen arbeitslos gemeldet, 10,9 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber Januar 2010 war ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 3,8 Prozent zu verzeichnen, wie die Agentur für Arbeit Offenbach weiter mitteilte. Die Quote sei auf 8,3 gegenüber 7,5 Prozent im Dezember gestiegen. Im Januar des Vorjahres habe sie bei 8,6 Prozent gelegen. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist nicht ungewöhnlich“, erklärte Agenturleiter Thomas Iser. „Winterliche Wetterverhältnisse sorgten für stärkere Zugänge aus dem Baugewerbe und Kfz-Berufen. Auch sind zum Quartalsende im Dezember befristete Verträge ausgelaufen.“

Im Bezirk der Hauptagentur Offenbach seien im Januar 6838 Arbeitslose gemeldet gewesen, 13,8 Prozent mehr als im Dezember und 8,5 Prozent weniger als im Januar 2010, teilte die Agentur mit. Die Quote in der Stadt Offenbach sei damit auf 11,3 Prozent gestiegen. In der Geschäftsstelle Rodgau, zuständig für Rodgau, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm, seien 4 474 Erwerbslose registriert worden. Gegenüber Dezember sei das eine Zunahme um 8,1, gegenüber Januar 2010 um 2,3 Prozent gewesen. Daraus habe sich eine Quote von 7,2 Prozent errechnet. In der Geschäftsstelle Seligenstadt, zuständig für Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Mühlheim und Obertshausen, habe sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen auf 3 170 erhöht, 8,9 Prozent mehr als im Vormonat und 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Quote habe im Januar bei 6,2 Prozent gelegen.

dapd/dpa/ku

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