Areva stellt in Offenbach Mitarbeiter ein

Offenbach ‐ Von der weltweiten Nachfrage nach Atomenergie profitiert Areva NP und der Standort Offenbach. Mit nuklearen und erneuerbaren Energien habe das Unternehmen 2009 einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, sagte Ulrich Gräber, Geschäftsführer von Areva NP Deutschland. Von Marc Kuhn

 Das sei eine Steigerung um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir konnten im schwierigen Umfeld wachsen.“ Der Auftragsbestand habe um zwei Prozent auf 43,3 Milliarden Euro zugelegt. Hierzulande habe die Firma 2008 einen Umsatz in Höhe von 878 Millionen Euro erzielt. Weltweit habe Areva im vergangenen Jahr mit etwa 75 000 Mitarbeitern gut 14 Milliarden Euro umgesetzt.

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In Offenbach beschäftigt Areva NP mittlerweile mehr als 1.000 Frauen und Männer, wie Standortleiter Stephan Krüger berichtete. „Wir sind einer der größten Arbeitgeber in der Region.“ In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen fast 150 Mitarbeiter pro Jahr eingestellt. Und Areva NP wolle auch in diesem Jahr weitere Menschen einstellen. Zurzeit gebe es 33 offene Stellen, erklärte Personalleiter Manfred Hartlaub. Er geht davon aus, dass in diesem Jahr etwa 100 Jobs geschaffen werden. Momentan gebe es Mehrarbeit in erheblichem Umfang, sagte Hartlaub weiter. Das Areal Mainpark am Kaiserleikreisel wird von Areva NP komplett genutzt. Im Omega-Haus sind zusätzliche Flächen angemietet worden. In Karlstein betreibt der Hersteller von Kernkraftwerken Laboratorien, in denen Komponenten der Meiler getestet werden.

Von der Mine bis zur Entsorgung

Als 1.000. Mitarbeiterin ist gestern Stephanie Küster offiziell vorgestellt worden. Sie habe Energie- und Versorgungstechnik studiert, berichtete die Ingenieurin. Bei Areva ist sie für das Qualitätsmanagement zuständig. An der Fachhochschule in Bingen, wo sie studiert habe, gebe es einen Frauenanteil von etwa 20 Prozent, erläuterte Küster. Und auch Krüger beklagte, dass die Universitäten relativ wenig Frauen zu Ingenieuren ausbilden.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei für Areva NP „ein ganz, ganz zentrales Thema“, sagte der Standortleiter. Es gebe verschiedene Teilzeitmodelle und Telearbeitsplätze. Zudem biete das Unternehmen seinen Mitarbeitern eine Kinderkrippe mit zwei Gruppen an, die das ganze Jahr über von 8 bis 18 Uhr geöffnet sei. Der Aufbau einer dritten Gruppe sei bereits angedacht.

Nicht nur in Offenbach, auch in den weiteren deutschen Standorten wolle Areava NP zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, sagte Gräber. Seit 2004 sei die Zahl der Mitarbeiter von etwa 2.950 auf rund 5.200 im vergangenen Jahr erhöht worden. In den vergangenen beiden Jahren habe es etwa 55.000 Bewerbungen bei dem Unternehmen gegeben. Für Gräber ist diese Zahl ein Beleg dafür, dass die Deutschen die Atomkraft nicht ablehnen. „Die Bevölkerung ist nicht gegen Kernkraft.“

Areva biete den kompletten Kreislauf für Kernkraftwerke an, erklärte der Geschäftsführer - von der Mine bis zur Entsorgung. Darüber hinaus erzeuge die Firma aus Biomasse, Windkraft und mit thermischer Solartechnik auch erneuerbare Energien. Dieser Geschäftsbereich habe sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt. Mittlerweile werde mit ihm ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet. „Wir stellen uns klar als Hersteller CO2-freier Energie auf“, berichtete Gräber.

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