Baumängel verärgern oft Häuslebauer

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Viele Häuslebauer beklagen sich über Mängel am Bau: Drei Viertel von Material- oder Verarbeitungsfehlern treten an Fassaden und Dächern auf.

Offenbach ‐ Viele Häuslebauer beklagen sich über Mängel am Bau: Drei Viertel von Material- oder Verarbeitungsfehlern treten an Fassaden und Dächern auf. Laut Schätzungen des Bundesbauministeriums müssen im Schnitt etwa fünf bis zehn Prozent der Kosten eines Rohbaus nach der Fertigstellung nochmals für Sanierungen aufgewendet werden. Von Marc Kuhn

Auf welche möglichen Mängel sollte man als Bauherr besonders achten? Wie finde ich einen kompetenten Sachverständigen? Welche Sanierungskosten sind bei einer Gebrauchtimmobilie zu erwarten? Fragen rund um das Thema Baumängel und Schäden beantworten am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr Experten bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung.

Am Telefon warten auf Anrufe:

  • Michael Stöhr, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen e.V. (069/85008279);
  • Diplomingenieur Horst Pischel, Bauherren-Schutzbund e.V., unabhängiger Bauherrenberater (069/85008280);
  • Architekt Hendrik Tovar, Gutachter für Schäden an Gebäuden (069/85008281).

Die Baubeschreibung ist die wichtigste Informationsquelle für den Bauherrn. In dieser ist festgeschrieben, wie die Materialien und die Konstruktion des Gebäudes beschaffen sein sollen. Je detaillierter die Beschreibung, desto einfacher ist es für den Bauherren, einen etwaigen Mangel aufzudecken. Ein solcher liegt vor, wenn etwas anders ausgeführt wurde, als angekündigt worden ist oder gar Defekte vorliegen. Eine gemeinsame Schlussbegehung mit dem Bauunternehmen und möglicherweise mit einem Sachverständigen ist daher dringend angeraten.

Aber auch Bauschäden können schnell zu einer finanziellen Belastung werden. Nach einer Dekra-Studie weisen 28 Prozent der Wohnimmobilien einen Instandhaltungsstau auf. Geld für die Sanierung sollten Eigentümer und potenzielle Käufer also stets einplanen. Wer eine Eigentumswohnung sucht, muss darauf achten, dass eine ausreichend hohe Instandhaltungsrücklage für Reparaturen am Gemeinschaftseigentum vorhanden ist. Sonst drohen hohe Sonderumlagen.

Für Werterhalt sollten Rücklagen gebildet werden

Ein häufiges Problem alter Häuser sind feuchte Keller - in Folge mangelhafter Abdichtung und fehlender Drainagen: Feuchtigkeit dringt somit in Fundamente und Mauerwerk ein. Weißlich-gelbe Verfärbungen durch Ablagerungen oder lockere Fugen sind deutliche Anzeichen für eine bald notwendige und teure Sanierung.

Für Bauherren, Eigentümer und Kaufinteressenten gilt stets: Eigentum verpflichtet. Für den Werterhalt einer Immobilie sollten daher frühzeitig Rücklagen gebildet werden. Sind keine größeren Reserven absehbar vorhanden, empfiehlt sich beispielsweise ein Bausparvertrag, der die Reparatur, Sanierung oder Modernisierung später mit einem Darlehen zu einem frühzeitig vereinbartem Festzins ermöglicht.

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