Schrittweise Eröffnung des Flughafens?

BER: Easyjet will so früh wie möglich umziehen

Schönefeld - Easyjet ist Feuer und Flamme für den Plan, den neuen Hauptstadtflughafen nach und nach zu eröffnen. Die Fluggesellschaft könnte als erste umziehen - noch ist aber nichts entschieden.

Der Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, und die Fluggesellschaft Easyjet treiben die Pläne für eine Teileröffnung des Neubaus voran. Wann die ersten Passagiere dort abgefertigt werden, ist aber noch unklar. Dass ein Start im Oktober dieses Jahres im Gespräch sei, bestätigten beide Seiten am Dienstag aber nicht. Das hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

„Easyjet kommentiert keine Spekulationen“, teilte Deutschlandchef Thomas Haagensen mit. Er betonte aber auch: „Wir haben gegenüber dem Flughafenmanagement stets eine schrittweise Eröffnung empfohlen und sind sehr daran interessiert, frühzeitig umzuziehen.“ Die Passagiere der Easyjet checken momentan am benachbarten alten Schönefelder Flughafen ein.

Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte: „Wir beschleunigen sämtliche Prozesse am Flughafen und loten die verschiedensten Möglichkeiten aus.“ Ziel sei eine zügige und sichere Inbetriebnahme. „Es bleibt dabei: Wir werden im Herbst die nächsten Schritte vorstellen.“

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte sich Anfang Mai festgelegt, den neuen Flughafen Schritt für Schritt in Betrieb zu nehmen. Gespräche dazu liefen mit allen Fluggesellschaften. Eine der Überlegungen ist es, dass Passagiere zuerst in dem für Billigflieger vorgesehenen Nordflügel einchecken und dann von der nördlichen Start- und Landebahn abheben - es ist die Start- und Landebahn des alten Flughafens, von der die Maschinen heute ohnehin abheben.

Offen ist, wie lange es dauert, bis im Nordflügel auch der Check-In und die Gepäckaufgabe möglich sind und die behördlichen Genehmigungen vorliegen. Bislang ist der Flughafen so konzipiert, dass die Passagiere in der zentralen Empfangshalle einchecken. Dort funktioniert aber die Brandschutz- und Entrauchungsanlage nicht.

Der Aufsichtsrat des Flughafens hatte von Mehdorn jedoch ein Gesamtkonzept für die Inbetriebnahme verlangt. Solange dieses nicht vorliegt, wollten auch das Bundesverkehrsministerium und ein Sprecher des Aufsichtsratschefs, des Ministerpräsidenten Brandenburgs Matthias Platzeck (SPD), am Dienstag einzelne Überlegungen nicht kommentieren. Der Vorsitzende des Flughafen-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Delius (Piratenpartei), fragte: „Wie wäre es erstmal mit fertig bauen?“

dpa

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