Für Berufsunfähigkeit richtig vorsorgen

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Jeder vierte Berufstätige wird vor Rentenbeginn berufsunfähig, aber nur jeder Zehnte hat für diesen Fall vorgesorgt

Offenbach (al) - Ob Unfall, körperliche oder psychische Erkrankung: Es gibt viele Gründe, warum ein Mensch berufsunfähig werden kann.

Jeder vierte Berufstätige wird vor Rentenbeginn berufsunfähig, aber nur jeder Zehnte hat für diesen Fall vorgesorgt - und das meist unzureichend. Der Grund dafür liegt in der falschen Annahme, dass der Staat die Fürsorgepflicht in vollem Umfang übernimmt. Die staatlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit sind jedoch sehr überschaubar.

Expertenrat bei Telefonaktion am Donnerstag

Mit welchen Beiträgen ist zu rechnen? Wie sichere ich die Familie im Falle eines Verdienstausfalls ab? Worauf sollte ich beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Auf diese und andere Fragen geben folgende Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion am Donnerstag, 8. September, von 16 bis 18 Uhr, Antwort: Asterios Karatolios, Vorsorgespezialist der HUK-Coburg (Telefon 069/85008-279), Manuela Beilfuß, Beraterin in der Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung Hessen in Frankfurt (060/85008-281), und Stefan Becker, Sachgebietsleiter für Rehamanagement und Teilhaber der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (069/85008-218). Als berufsunfähig wird eingestuft, wer voraussichtlich auf Dauer seinen Beruf nicht mehr ausüben und auch nach entsprechender Umschulung keine vergleichbare Stelle mehr finden kann.

Für Menschen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren worden sind, wurde die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente abgeschafft. Sie erhalten nur noch eine einheitliche, zweistufige Erwerbsminderungsrente mit stark reduzierten Leistungen. Dabei wird nicht mehr berücksichtigt, welchen beruflichen Status oder welche Qualifikation der Betroffene zuvor besaß. Die volle Höhe der Erwerbsminderungsrente - das sind lediglich rund 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens - gibt es nur, wenn der Betroffene weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann.

Oft kann Lebensstandard nicht gehalten werden

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der einen Bruttolohn von 2 500 Euro monatlich erhält, bekommt im Falle einer vollen Erwerbsminderungsrente 850 Euro staatliche Rente. Wer länger als drei Stunden arbeiten kann, erhält jedoch nur 425 Euro. Viel zu wenig, um den gewohnten Lebensstandard zu halten und eine Familie zu versorgen.

Finanziell besonders hart sind Berufsanfänger betroffen, die plötzlich nicht mehr arbeiten können. Denn ein Rentenanspruch besteht meist erst, wenn mindestens 60 Monate lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wurden. Grundsätzlich ist zu empfehlen, sich bereits während der Ausbildung oder des Studiums abzusichern, denn je jünger und gesünder man beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto günstiger sind auch die Konditionen.

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