Schwächeres Wachstum bei Flugzeugbestellungen

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Boing prognostiziert ein schwächeres Wachstum bei den Flugzeugbestellungen für die nächsten Jahrzehnte.

London - Der US-Flugzeugbauer Boeing rechnet für die Luftfahrtbranche langfristig mit einem schwächeren Wachstum als bislang.

In den nächsten beiden Jahrzehnten dürften weltweit 29.000 neue Flugzeuge bestellt werden, wie der Konzern am Donnerstag bei seinem traditionellen Langzeitausblick für die Branche in London mitteilte. Bislang hatte der Konzern mit 29.400 Exemplaren gerechnet. Der Wert der Bestellungen soll sich wegen steigender Preise dennoch auf die bereits früher genannten 3,2 Billionen US-Dollar belaufen.

Boeing zufolge wird sich der weltweite Markt für Verkehrsflugzeuge nach dem derzeitigen Einbruch wieder stabilisieren und das Wirtschaftswachstum zurückkehren. Wegen hoher Treibstoffkosten, Umweltbedenken und älter werdenden Flotten werde es weltweit eine starke Nachfrage nach neuen und umweltfreundlicheren Maschinen geben.

Geringere Steigerung als in den vergangenen Jahren

Der US-Flugzeugbauer rechnet in seiner Marktprognose im Passagierverkehr mit einem durchschnittliches Wachstum von 4,9 Prozent über die nächsten 20 Jahre. Im Frachtgeschäft sei ein Plus von 5,4 Prozent zu erwarten. Damit fiele die Steigerung geringer aus als in den vergangenen 30 Jahren. Seit 1978 hatte der Passagierverkehr pro Jahr im Schnitt um 5,3 Prozent zugelegt.

Im Frachtgeschäft lag die jährliche Steigerung bei 5,8 Prozent. Die weltweite Flugzeugflotte soll sich laut Boeing bis zum Jahr 2028 von zuletzt 18.800 Maschinen auf 35 600 Flugzeuge nahezu verdoppeln. Dem Trend zu immer größeren Flugzeugen, auf den Boeing-Konkurrent Airbus die Entwicklung seines Riesenjets A380 gegründet hat, vertraut der US-Hersteller unterdessen weniger.

Marktanteile von großen Passagierflugzeugen

Während die EADS-Tochter Airbus der A380 für die Jahre 2000 bis 2019 einen Marktanteil von neun Prozent zurechnet, sieht Boeing für solche sehr großen Passagierflugzeuge nur eine Quote von vier Prozent. “Unterschiedliche Erwartungen führen zu unterschiedlichen Geschäftsstrategien“, sagte Boeing-Marketingmanager Randy Tinseth in einer Telefonkonferenz am Freitag.

Der größte Teil der Flugzeugbestellungen in den nächsten 20 Jahren wird nach Einschätzung von Boeing auf die Erweiterung der Flotten entfallen. Geschätzte 42 Prozent der neuen Flieger sollen hingegen alte Maschinen ersetzten, die zu viel Treibstoff verbrauchen. Von den insgesamt 29 000 erwarteten Neubestellungen dürften 7330 aus Europa kommen, schätzt Boeing. 800 Milliarden Dollar dürften die Airlines der Prognose nach dafür ausgeben.

dpa

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