Neckermann erkennt eine Trendwende. NeueJobsauch in Frankfurt.

Boom im Online-Geschäft

Frankfurt ‐ Der Versandhändler Neckermann ist dank seines starken Online-Geschäfts auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und schafft wieder Arbeitsplätze - auch in Frankfurt. Von Marc Kuhn

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Henning Koopmann, gestern in Frankfurt. Die Ziele für 2009 seien erreicht worden. Die Trendwende sei eingeleitet. Die Umsätze sollen in diesem Jahr in Deutschland auf mindestens 860 Millionen Euro steigen. 2009 waren Erlöse in Höhe von 736 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) werde 2010 die angestrebte schwarze Null sein, erklärte der Chef des Versandhauses. Mittlerweile gehört Neckermann komplett dem US-Investor Sun Capital, der im Oktober die noch fehlenden 49 Prozent vom insolventen Handelskonzern Arcandor übernommen hatte, wie Koopmann weiter berichtete.

Die Wende bei den jahrelang rückläufigen Erlösen schaffte der Versandhändler im vierten Quartal 2009. Mit einem Umsatzplus von 20 Prozent in den ersten drei Quartalen 2010 wächst Neckermann eigenen Angaben zufolge in Deutschland deutlich schneller als der Markt. Erlöse in Höhe von 623 Millionen Euro seien erwirtschaftet worden. In der Neckermann-Gruppe seien die Umsätze in der Zeit von Januar bis September um zehn Prozent auf 937 Millionen Euro gestiegen. Für das gesamte Jahr wird ein Plus von zehn Prozent auf 1,26 Milliarden Euro erwartet.

Das Wachstum wird vom Online-Handel getrieben. In den ersten neun Monaten seien die Umsätze in diesem Segment um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Mittlerweile erwirtschaftet der Versandhändler 66 Prozent seines Umsatz über das Internet. „Wir werden Neckermann zu einem echten Online-Händler machen“, sagte Koopmann. Aber auch der Versandhandel über den Katalog legte um zwölf Prozent zu. Neckermann profitierte auch von der Pleite des Marktsführers Quelle, wie Koopmann erklärte. Zahlen konnte er nicht nennen.

Für den Online-Verkauf, in dem der Händler seit 15 Jahren aktiv ist, erwartet der Neckermann-Chef in den nächsten Jahren „stetiges Wachstum“. Das Kataloggeschäft geht seiner Einschätzung nach weiter zurück. Kataloge werde es aber auch noch in zehn Jahren geben, erläuterte Ulf Cronenberg, im Vorstand für Marketing zuständig. Ihre Funktion ändere sich allerdings. Mit ihnen werde immer stärker auf das Online-Angebot verwiesen.

In diesem Jahr hat Neckermann 250 Arbeitsplätze geschaffen. 2011 werden weitere 100 Jobs entstehen, 80 davon in Frankfurt. Zurzeit arbeiten knapp 2 500 Menschen für den Versandhändler in Deutschland. In der gesamten Gruppe stehen etwa 4 000 Mitarbeiter auf den Gehaltslisten.

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