„Das ist klasse“- Roländer erhalten November-Gehalt

Offenbach (ku) ‐ Die Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland" können durch atmen: Der vorläufige Insolvenzverwalter des angeschlagenen Unternehmens, Werner Schneider, hat sich mit den Banken auf einen sogenannten Massekredit geeinigt.

„Die Fortführung der Produktion und der Geschäftsbetrieb bei ,manroland sind damit gewährleistet“, erklärte Schneider. „Das Unternehmen kann mit Kunden und Lieferanten weiterarbeiten und wir schicken ein sehr positives Signal an den Markt.“ Der Wirtschaftsprüfer berichtete weiter: „Schnelles Handeln war essentiell, denn Produktionsausfälle schädigen das Unternehmen und machen den angestrebten Verkaufsprozess schwieriger.“

Von einem positiven Signal für die Belegschaft sprach die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber. „Das ist klasse", sagte auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von „manroland", Jürgen Bänsch, unserer Zeitung. „Der Tanker fährt weiter." Bänsch stellte zugleich klar, dass die Mitarbeiter ihre November-Gehälter bekommen. Darüber hoch erfreut zeigte sich auch die Offenbacher Betriebsratsvorsitzende Alexandra Roßel. Sie erklärte weiter: „Wir sind optimistisch, dass die Suche nach einem Investor gut anläuft."

Massekredit hat ein Gesamtvolumen von 55 Millionen Euro

Der Massekredit hat ein Gesamtvolumen von 55 Millionen Euro, wie „manroland" mitteilte. Zehn Millionen Euro würden als Barkredit linie zur Verfügung stehen. „Weitere 45 Millionen Euro sind ein sogenannter unechter Massekredit", erklärte der Druckmaschinenhersteller und erläuterte: „Dabei geben Gläubigerbanken einen Teil der an sie abgetretenen Forderungen frei. Die Freigabe bringt dem Schuldnerunternehmen die benötigte Liquidität, ohne dass die Bank neue Kreditmittel zur Verfügung stellen muss."

Massekredite werden insolventen Unternehmen von Kreditinstituten gewährt. Sie werden aus der Insolvenzmasse vorrangig vor allen anderen Forderungen bedient.

Verwundert zeigte sich die Offenbacher IG-Metall-Chefin Weber, dass die Anteilseigner von „manroland" - Allianz Capital Partners und MAN - die Summe von zehn Millionen Euro nicht finanzieren konnten. „Das hätte man schneller regeln können", sagte sie.

Durch den Masse kredit ist die Erfüllung von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten gesichert, die nach dem Insolvenzantrag Aufträge und Bestellungen der „manroland" AG erhalten, so das Unternehmen. Offene Forderungen aus dem Zeitraum vor dem Insolvenzantrag seien sogenannte Insolvenzforderungen, die im eigentlichen Verfahren bearbeitet würden.

Rubriklistenbild: © dpa

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