De-Mail gilt als besonders sicher

Hannover/Offenbach (ku) - Mit einem teilweise kostenlosen Angebot steigt die Deutsche Telekom in den Wettbewerb um verschlüsselte E-Mails ein.

„Geschäftskunden und Verbraucher warten schon seit langem auf eine bequeme, rechtsverbindliche und verlässliche Alternative zur E-Mail“, sagte Vorstandschef René Obermann auf der Cebit in Hannover. Die De-Mail bietet eine gesicherte Identität des Absenders und eine verschlüsselte Übertragung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik übergab der Telekom, T-Systems und der Mentana-Claimsoft GmbH gestern auf der Cebit die Zulassung für die De-Mails. Die United-Internet-Gruppe mit den Angeboten GMX, web.de und 1&1, bei denen das Zulassungsverfahren noch andauert, präsentierte sich auf der Cebit ebenfalls mit De-Mail-Produkten.

Für Geschäftskunden startete das De-Mail-Angebot der Telekom gestern. Für alle anderen geht es im Anschluss an eine kostenlose Testphase im September los. Ihren Privatkunden räumt die Telekom ein Freikontingent von drei De-Mails im Monat ein. Jede weitere De-Mail kostet 39 Cent. Die Telekom führt zurzeit rund 15 Millionen E-Mail-Konten. Mit den De-Mails tritt die Telekom auch gegen den Konkurrenten Deutsche Post an, der seinen E-Postbrief bereits 2010 gestartet hat und dafür 55 Cent verlangt, also eine mit dem Briefporto identische Gebühr.

Fragen und Antworten zum Thema:

Was ist De-Mail?

Mit De-Mail lassen sich vertrauliche Nachrichten und Dokumente sicher und schnell über das Internet versenden und empfangen. Bislang musste man solche Dokumente als Brief auf Papier verschicken. Der elektronische Versand spart Zeit, Geld und Ressourcen. Es fallen keine Kosten mehr für Druck, Papier und Briefumschläge an. Mit der De-Mail werden Kunden unabhängig von Öffnungszeiten, Briefkästen und Transportzeiten, die bei Versand und Empfang per Post entstehen.

Wie unterscheiden sich De-Mails von E-Mails?

Das Versenden von Nachrichten via De-Mail funktioniert genauso wie bei herkömmlichen E-Mails. Es gibt einen De-Mail-Posteingang und einen -ausgang, Nachrichten werden - eventuell mit Dateianhang - per Mausklick an den Adressaten verschickt. Für De-Mail gelten jedoch gesetzliche Vorgaben, die die Nachweisbarkeit regeln. Dazu gehört vor allem, dass sich alle Teilnehmer klar identifizieren müssen. Mit einer Sende- und Empfangsbestätigung entspricht die De-Mail sogar einem Einschreiben. Eine gewöhnliche E-Mail hat also in etwa die Vertraulichkeit einer Postkarte, während De-Mails dagegen ebenso vertraulich wie Online-Banking sein können. Telekom-De-Mails können zu anderen De-Mail-Anbietern gesendet und von diesen können auch De-Mails empfangen werden.

Wie identifizieren sich Privatpersonen?

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Privatpersonen einmalig einen Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung bei einem De-Mail-Provider vorzeigen und sich so eindeutig ausweisen. Der Provider überprüft die Angaben nach den Vorgaben des De-Mail-Gesetzes. Anschließend erhalten Privatpersonen ihre De-Mail-Adresse. Darauf basiert De-Mail: Identifizierte Teilnehmer können nachweisbar Dokumente senden und empfangen. Denn jeder Sender weiß zuverlässig, wer sein Kommunikationspartner ist. Ebenso wie Empfänger genau wissen, von wem ihre De-Mails kommen und dass sie ihnen vorbehaltlos vertrauen können.

Ebenso wie Privatnutzer müssen sich Unternehmen einmalig und stellvertretend für alle Mitarbeiter identifizieren. Erforderlich ist mindestens ein gesetzlicher Vertreter - etwa der Geschäftsführer oder ein Prokurist - sowie ein gültiger Unternehmensnachweis, zum Beispiel ein Handelsregisterauszug. Eine zusätzliche Identifikation einzelner Mitarbeiter ist nicht notwendig.

Wie sieht die De-Mail-Adresse aus?

Die De-Mail-Adresse wird direkt vom Namen abgeleitet. Diese gesetzliche Vorgabe dient der besseren Identifikation der Teilnehmer. Alle De-Mail-Adressen haben die Domänendung „de-mail.de“. Für Privatpersonen lautet die Adresse dann zum Beispiel Vorname.Nachname@t-online.de-mail.de.

Wie ist der Zugriff auf die De-Mails geregelt?

Im einfachsten Fall greifen Kunden per Webbrowser auf ihren De-Mail-Account zu. Dazu melden sie sich mit Benutzername und Passwort auf dem De-Mail-Portal ihres Providers an. Unbefugte haben keinen Zugriff auf die De-Mails anderer. Eine De-Mail, die mit der Option „Persönlich/Vertraulich“ verschickt wird, kann sogar nur mit einer Mobile TAN geöffnet werden. So ist sichergestellt, dass wirklich nur die Person die De-Mail lesen kann, an die sie auch adressiert ist. Die Kommunikation zwischen Nutzer und Provider sowie zwischen den Providern untereinander wird ausschließlich verschlüsselt übertragen. Darüber hinaus sind Nachrichten und Dokumente im De-Mail-Postfach nur in verschlüsselter Form gespeichert.

Rubriklistenbild: © Tobman/pixelio.de

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