Dekabank fest im Visier

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Die Dekabank gehört derzeit je zur Hälfte Sparkassen und Landesbanken.

Frankfurt (dpa/ku) - Nach Zuwächsen 2010 wollen die Sparkassen noch in diesem Jahr mit der Übernahme des Fondsdienstleisters Dekabank ihre Schlagkraft stärken.

Zwar stünden noch einzelne Beschlüsse auf regionaler Ebene aus, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, gestern in Frankfurt. „Es ist absehbar, dass wir dieses Ziel 2011 erreichen und noch im Frühjahr realisieren werden.“ Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen hatte kürzlich beschlossen, seinen Anteil an der Dekabank von 5,8 auf gut 11,3 Prozent zu erhöhen.

Die Dekabank gehört derzeit je zur Hälfte Sparkassen und Landesbanken. Die Übernahme soll auch gebeutelte Landesbanken entlasten. „Wir setzen damit Kapital bei den Landesbanken frei - die das auch brauchen können“, sagte Haasis. Überlegungen, die Deka in einem größeren Verbund aufgehen zu lassen, erteilte Haasis eine Absage: „Die Deka ist keine Manövriermasse. Sie ist ein eigenständiges Unternehmen und sehr wichtig für uns in der Gruppe.“

Auf der zweiten großen Baustelle der Sparkassenorganisation, der Neuordnung der Landesbanken, sieht Haasis noch Herausforderungen. Der radikale Umbau der angeschlagenen WestLB zu einer stark verkleinerten Sparkassenzentralbank sei auf gutem Wege. „Dieser Prozess läuft“, sagte Haasis. „Wir schauen derzeit in die Bücher.“

Haasis betonte: „Es geht nicht darum, eine dauerhaft lebende, neue Bank zu gründen.“ Die Verbundbank, die den Sparkassen gehören und für diese als Dienstleister tätig sein würde, soll nach der Herauslösung in einem nächsten Schritt in eine größere Einheit der Sparkassen- Finanzgruppe eingebracht werden. Haasis sagte, er sehe „gute Chancen“, dass die übrigen Teile der heutigen WestLB verkauft oder „behutsam abgewickelt“ werden. Brüssel macht beim Umbau der Düsseldorfer Landesbank Druck und prüft derzeit verschiedene Konzepte.

Im vergangenen Jahr legten die 429 (Vorjahr: 431) Sparkassen bei Krediten und Kundeneinlagen zu. Vor Steuern ergab sich so nach vorläufigen Zahlen ein Gewinn von 4,5 (3,8) Milliarden Euro und ein Jahresüberschuss von 2,1 (1,5) Milliarden Euro.

Bei den Kundeneinlagen gab es ein Plus von 2,1 Prozent auf 767,8 Milliarden Euro. Der Kundenkreditbestand legte zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 660,4 Milliarden Euro zu. Dabei lagen die Sparkassen bei Krediten an Privatpersonen erstmals seit 2006 wieder im Plus.

Im umkämpften Konsumentenkreditgeschäft wollen die öffentlich-rechtlichen Institute mit neuen Angeboten punkten: Im Herbst soll eine neue EC-Karte eingeführt werden, mit der Kunden Zugriff auf einen gesondert vereinbarten Ratenkreditrahmen haben. Zudem wird das Angebot für Auto- und Konsumentenkredite standardisiert.

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