Steigende Umsätze, mehr Aufträge sowie zusätzliche Arbeitsplätze in Hessens Metall- und Elektroindustrie

„Der Konjunkturmotor brummt“

Frankfurt - In der hessischen Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich nach der Wirtschaftskrise ein nachhaltiges Wachstum ab. Von Marc Kuhn

„Der Konjunkturmotor brummt“, sagte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, gestern in Frankfurt bei der Vorstellung der Frühjahrsumfrage seiner Organisation. „Das Vorkrisenniveau ist endlich in Reichweite. “ Beim Geschäftsklima sei es bereits übertroffen worden. Auch die Zahl der Mitarbeiter in der Branche steigt. „Im Februar 2011 ist im Vorjahresvergleich mit einer Zunahme der Beschäftigtenzahl von 3,2 Prozent eine selbst in der Aufschwungphase der Jahre 2007/2008 nicht registrierte Steigerung erzielt worden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Hessenmetall, Dieter Weidemann. Fasbender wies allerdings auch auf Risiken hin, die seiner Einschätzung nach der Branche drohen: Energiekostenexplosion, Wachstumseinschränkungen wegen eines Fachkräftemangels, Lieferengpässe wegen der Japan-Krise und eine „Überregulierung flexibler Arbeitsmarktinstrumente - wie Zeitarbeit“.

Im Februar sind nach den Worten von Weidemann im Vergleich zum Vorjahresmonat 6 220 Stammarbeitsplätze geschaffen worden. Insgesamt seien knapp 203 000 Menschen in den Unternehmen beschäftigt. Der Umfrage zufolge sinkt der Anteil der Zeitarbeit: Im Herbst habe er 5,8 Prozent betragen, aktuell seien es 5,7 Prozent, für den Herbst würden 5,3 Prozent erwartet. Mit einem Jahresumsatz in Höhe von rund 51 Milliarden Euro sei die Metall- und Elektrobranche die größte Industrie Hessens, berichtete Fasbender.

Die Auftragseingänge bei den Firmen seien im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent gewachsen, berichtete Weidemann unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Die Bestellungen aus dem Ausland hätten um acht Prozent, die Aufträge aus dem Inland um zwölf Prozent zugelegt. Die Umsätze seien im Februar mit 4,9 Milliarden Euro um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben geschnellt. Dabei legten die Auslandsumsätze um 41 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu, die Erlöse im Inland um 27 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Damit sei die Exportquote auf über 59 Prozent gestiegen. „Das ist ein historischer Höchststand“, berichtete Weidemann.

Und bei der Frühjahrsumfrage des Verbands zeigten sich die Metall- und Elektrounternehmen optimistisch. Fast zwei Drittel hätten ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut bezeichnet, erläuterte Weidemann, 31 Prozent als befriedigend. Mit Blick auf den Herbst würden 38 Prozent von einer weiteren Verbesserung der Lage ausgehen. Zurzeit beurteilten 51 Prozent der Befragten ihre Auftragsbestände als ausreichend, 38 Prozent sogar als verhältnismäßig groß, sagte der Vorstandsvorsitzende von Hessenmetall.

Fast zwei Drittel der Unternehmen in der Metall- und Elektrobranche gingen davon aus, dass ihre Investitionen auf dem gegenwärtigen Niveau bleiben, wie es weiter hieß. Etwa 35 Prozent rechneten sogar mit steigenden und lediglich drei Prozent der Firmen mit fallenden Investitionen.

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