Geschäft in der Region ausbauen

Deutsche Bank: Filialnetz hat trotz Internet Zukunft

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Offenbach - Das Filialnetz bleibt für die Deutsche Bank trotz der Konkurrenz des Internets wichtig. Mit der Geschäftsentwicklung in Offenbach ist sie zufrieden. Von Marc Kuhn

Als Reaktion auf die Digitalisierung investiert die Deutsche Bank auch in ihre Filialen. Zudem hat sie sich neu aufgestellt - ebenfalls in der Region. „Das Internet ist seit geraumer Zeit unsere größte Filiale“, sagte Dirk Hellmuth, Leiter der Niederlassung des Instituts in Offenbach, gestern. Die Kunden würden 90 Prozent des einfachen Zahlungsverkehrs wie Überweisungen mit dem Laptop oder iPad erledigen. „Das ist in Offenbach genauso“, erklärte Hellmuth. Deshalb habe die Deutsche Bank im vergangenen Jahr ins Online- und Telefonbanking sowie in die Terminals erheblich investiert. Bis 2015 solle insgesamt mehr als eine Milliarde Euro in diese Angebote gesteckt werden.

Hellmuth zeigte sich zudem überzeugt, dass die Filialen Zukunft haben. Die Altersvorsorge oder eine Baufinanzierung könnten nicht über das Internet geregelt werden. „Dafür ist die Filiale da“, sagte Hellmuth. „Die Beratungssituation ist für uns wichtig.“ Deshalb sei in die Modernisierung der Niederlassungen der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren pro Filiale zwischen 500 000 und 2,5 Millionen Euro gesteckt worden. Kleinere Sitzgruppen und geschlossenen Kabinen werden beispielsweise angeboten. Die Dependance in Offenbach bekommt mehr Personal. Bisher arbeiten dort 34 Angestellte. Heute kommen zwei Firmenkundenberater hinzu, so dass dann vier Mitarbeiter für Unternehmen zuständig sind.

Stärker verankert in der Region

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Das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank ist im vergangenen Jahr neu aufgestellt worden. Es solle stärker in der Region verankert werden, berichtete Jürgen Süßmann, Marktgebietsleiter Firmenkunden der Region Darmstadt der Deutschen Bank. Er ist jetzt zuständig für mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 250 Millionen Euro im Jahr in Darmstadt, Aschaffenburg und Offenbach. Zu Offenbach gehören die Filialen in der Stadt sowie in Heusenstamm, Neu-Isenburg, Langen  und Dietzenbach. „Wir gehen wieder in die Fläche zurück“, erläuterte Süßmann. Zu seinen Kunden gehören Familienunternehmen, Aktiengesellschaften und Firmen des öffentlichen Sektors.

In 180 Filialen der Deutschen Bank seien zusätzliche Beratungszentren für Firmenkunden eingerichtet worden, insgesamt seien es in Deutschland 250. Dazu zähle auch die Filiale in Offenbach. Auf diese Weise will die Deutsche Bank näher an den mittelständischen Kunden in der Region sein. Allerdings halten sie sich bei Krediten zurück, wie Süßmann weiter erklärte. Dieser Trend sei schon in den vergangenen Jahren zu beobachten gewesen. Die Unternehmen würden bei Investitionen eher auf Eigenkapital zurückgreifen. Es gebe aber „tolle Zinssätze“ bei öffentlichen Förderprogrammen. „Das nutzt der eine oder andere.“ 

Geschäftsvolumen stabil

In Offenbach betreut die Deutsche Bank 2.340 Unternehmen. Insgesamt habe sie rund 20.000 Privat- und Firmenkunden, berichtete Hellmuth. Mit der Entwicklung im vergangenen Jahr zeigte er sich zufrieden. Das Geschäftsvolumen sei mit 515 Millionen Euro stabil geblieben. In Krediten steckten 126 Millionen Euro. Bei den Anlagen gebe es ein Volumen von etwa 389 Millionen Euro. 175 Millionen Euro seien in Einlagen investiert, 213 Millionen Euro in Depots.

Für Sparer sei 2013 ein schwieriges Jahr gewesen, sagte Hellmuth. Wegen der niedrigen Zinsen mussten sie nach Abzug der Inflation und von Steuern reale Kapitalverluste hinnehmen, erklärte er. Satte Gewinne gab es hingegen am Aktienmarkt.

Das Interesse der Deutschen an Immobilien sei 2013 ungebrochen gewesen, berichtete Hellmuth. Auch in Offenbach und Umgebung gebe es noch Potenzial. Das Baufinanzierungsvolumen habe im vergangenen Jahr in Offenbach mit etwa 100 Millionen Euro um fünf Prozent über dem Wert von 2012 gelegen. Kunden würden auch staatliche Fördermittel zur Finanzierung nutzen. Die von der Deutschen Bank bundesweit vermittelten KfW-Darlehen hätten einen Wert von 457 Millionen Euro gehabt, ein Plus von 14 Prozent. Eine Renaissance erlebe das Bausparen, berichtete Hellmuth. Die Deutsche Bank verbuchte 2013 ein Neugeschäft von 4,4 Milliarden Euro, ein Anstieg von gut 22 Prozent.

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