Deutsche Kaupthing-Sparer bekommen ihr Geld zurück

Bonn - Das Warten für die rund 30.000 deutsche Kaupthing-Kunden hat ein Ende: Acht Monate nach ihrem Zusammenbruch hat die isländische Bank mit der Rückzahlung der Spareinlagen begonnen.

Das teilte das Institut am Montag auf seiner Homepage mit. Der Prozess soll innerhalb der nächsten Wochen abgeschlossen sein. Kurz zuvor hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die im Oktober verhängte Sperrung der Konten aufgehoben und damit grünes Licht für die Auszahlung der Sparguthaben gegeben. “Wir haben gewartet, bis das Geld wirklich da war, und dann unser Moratorium aufgehoben,“ sagte ein BaFin-Sprecher.

Die Finanzbehörde hatte die Konten von rund 30.000 deutschen Kaupthing-Kunden nach dem Zusammenbruch der Muttergesellschaft eingefroren, um die Vermögenswerte der Bank zu sichern. Diese Maßnahmen halte die BaFin nun nicht mehr für erforderlich, erklärte die Behörde. Der isländische Wirtschaftsminister habe in einem Schreiben an die Behörde verbindlich klargestellt, dass die Auszahlung der deutschen Einleger im Einklang mit dem isländischen Recht und den EU -rechtlichen Anforderungen erfolge.

Die Auszahlung an die Kunden soll laut BaFin-Sprecher über ein Bundesbankkonto und nicht über das reguläre Geschäftskonto der Kaupthing Bank erfolgen. Dem Geldinstitut zufolge wurden die Rückzahlungsanweisung für die Einlagen von 20.000 Kunden bereits gegeben. “Es ist zu erwarten, dass diese Kunden ihre Spareinlagen in den nächsten Tagen erhalten werden,“ erklärte die Bank. In den nächsten zwei Wochen würden dann weitere Rückzahlungsanweisungen folgen.

Auszahlung der Zinsen wird noch geprüft

“Wir haben über die letzten acht Monate kontinuierlich an einer Lösung zur Rückzahlung der Einlagen gearbeitet und wir sind erleichtert, dass endlich die ersten Zahlungen in Deutschland getätigt werden können“, sagte Steinar Thor Gudgeirsson , Vorsitzender des isländischen Resolution Commitees. Noch zu prüfen sei nun, ob die Kunden auch Anspruch auf die seit dem Zusammenbruch aufgelaufenen Zinsen haben, sagte Daniel Bauer , Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitaleinleger (SdK).

Die Kaupthing Bank erklärte am Montag , aktuell werde der vollständige Betrag der Spareinlagen ausgezahlt. Anleger, die ihre Zinsansprüche geltend machen wollten, könnten dies tun, “sobald das förmliche Verfahren zu dieser Sachlage eingeleitet wird“. Die Auszahlung will das Geldinstitut aus eigener Kraft stemmen. Die Kaupthing Bank verfüge jetzt über ausreichende finanzielle Mittel, um die Rückzahlung aller Einlagen zu gewährleisten, erklärte das Institut.

Den betroffenen deutschen Kunden wurde in den vergangen Wochen ein Formular zugesandt, mit dem sie der Bank den Auftrag erteilen konnten, ihnen ihre Einlagen auszuzahlen. Von der überwiegenden Mehrheit seien bereits Rückantworten eingegangen, erklärte die Bank. Das Schreiben wurde von der SdK geprüft. “Die Ankündigung der Kaupthing Bank enthält keine Fallen oder sonstige nachteilige versteckte Klauseln“, sagte der SdK-Vorstandsvorsitzende Klaus Schneider.

Wegen der Finanzkrise waren neben der Kaupthing Bank auch zwei weitere isländische Großbanken zusammengebrochen. Angelockt von hohen Zinsversprechungen, hatten rund 30.000 Sparer dort insgesamt 308 Millionen Euro angelegt.

ap

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