Weniger Geldautomaten manipuliert

Diebe greifen mehr Daten ab

Frankfurt - Kriminelle haben zwar im vergangenen Jahr weniger Geldautomaten manipuliert, sie griffen aber mehr Daten ab als im Jahr zuvor.

Der durchschnittliche Schaden werde jedoch abnehmen, sagte Margit Schneider, Leiterin des Sicherheitsmanagements bei der Euro Kartensysteme GmbH in Frankfurt, der „Welt“: „Wir gehen davon aus, dass der Durchschnittsschaden 2013 unter 1000 Euro sinken wird. “ Im vergangenen Jahr habe er bei etwa 1400 Euro gelegen.

Grund für den Rückgang der Schäden sei das sogenannte Geoblocking, sagte Schneider. Damit können Zahlungen in einzelnen Ländern auf kleine Beträge begrenzt oder vorübergehend ganz gesperrt werden. Das soll es für Betrüger unattraktiver machen, Kartendaten auszuspähen und mit gefälschten Karten auf Einkaufstour zu gehen.

Laut „Welt“ wurden im 2012 insgesamt 521 Automaten manipuliert, darunter waren aber auch einige Kontoauszugsdrucker und Türöffner. Im Jahr zuvor waren es noch 780 gewesen. Allerdings waren die Diebe erfolgreicher, wie laut „Welt“ aus den Zahlen Schneiders hervorgeht. Demnach konnten sie mit Hilfe der geklauten Daten in rund 23.000 Fällen auf das Konto von Kunden zugreifen, bevor es gesperrt wurde (2011: 21 000 Fälle). Der Schaden lag 2012 mit insgesamt rund 30 Millionen Euro ungefähr auf Vorjahresniveau, wie es weiter hieß.

Beim sogenannten Skimming manipulieren Diebe den Schlitz für den Karteneinzug am Automaten, sie filmen mit einer Minikamera die Eingabe der Geheimnummer oder fingieren direkt die Tastatur. Mit den Informationen auf dem Magnetstreifen und der Geheimnummer können sie im Ausland Doubletten einsetzen.

dpa

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