DIHK sieht Trendwende in der Wirtschaftskrise

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Laut DIHK soll die Trendwende für die Wirtschaft unmittelbar bevor stehen. Am Containerhafen in Hamburg hört man das gern.

Berlin - Die von der weltweiten Krise besonders schwer getroffene deutsche Wirtschaft steuert nach Einschätzung des DIHK auf eine Trendwende zu.

“Die Wirtschaft hat den Wendepunkt vor Augen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Dienstag in Berlin. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen seien etwas aufgehellt.

Dies sei die erste Stimmungsverbesserung seit zwei Jahren. Vor allem in der Industrie lägen die Erwartungen deutlich über der Lagebeurteilung. “Endlich besteht die Chance, dass sich die Wirtschaft aus ihrer Schockstarre löst“, erklärte der DIHK bei der Vorlage seiner aktuellen Konjunkturumfrage. Es müsse aber davon ausgegangen werden, “dass der Aufwärtspfad holprig wird“.
Die konjunkturell schwierige Phase sei nicht vorüber. “Beide Konjunkturkomponenten ­ Lage und Erwartungen ­ befinden sich per Saldo tief im roten Bereich“, heißt es. Der DIHK geht für dieses Jahr daher von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,0 Prozent aus und bewegt sich damit auf dem Niveau der Regierungsprognose. Der Rückgang werde sich auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die Unternehmen nehmen laut DIHK ihre Beschäftigungspläne erneut zurück.

“Die wieder etwas besseren Erwartungen und das nach wie vor vorhandene Bemühen der Unternehmen, ihre Fachkräfte zu halten, stützen die Beschäftigungspläne“, heißt es aber. Das zeige auch die rege Nutzung des Kurzarbeitergeldes. Unterm Strich werde 2009 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 3,7 Millionen (2008: 3,3, Mio.) und zum Jahresende von 4 Millionen (3,1 Mio.) gerechnet.
Nach den Rückschlägen beim Export seien die Industriebetriebe inzwischen auch für das Auslandsgeschäft etwas zuversichtlicher. Erste Impulse kämen vor allem aus China und anderen asiatischen Staaten, Brasilien sowie aus der EU und den USA. Da die Kapazitäten schlecht ausgelastet seien, reduzierten die Unternehmen ihre Investitionen für die nächsten Monate. Die Rücknahme falle aber wie bei den Beschäftigungsplänen weniger stark aus.

Bereits am Wochenende war die DIHK-Warnung vor Engpässen bei der Liquidität bekannt geworden. Immer mehr Unternehmen hätten der Umfrage zufolge immer größere Probleme bei der Kreditbeschaffung, gehe aus der neuen Umfrage unter mehr als 22.000 Firmen hervor.  

dpa

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