Risikomanagement bei Anlagen

Nicht alle Eier in einen Korb

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Dreieich/Neu-Isenburg - Bei Kunden lösen Kapitalmarktanlagen oft ein ungutes Gefühl aus. Mit einem gezielten Risikomanagement können sie sich besser absichern.

Soll man bei den aktuellen Ständen im Dax noch zugreifen? Ist ein Sparbuch sicher? Werden die Immobilienpreise weiter steigen? Die Angst, dass eigene Vermögen durch Fehlentscheidungen zu schmälern, ist ein ständiger Begleiter. „Im Einkauf liegt der Gewinn. Was sich simpel anhört, erfordert Mut und eine saubere Analyse“, erklärt Guido vom Schemm, geschäftsführender Gesellschafter der GVS Financial Solutions GmbH aus Dreieich. Studien würden zeigen, dass Aktien die besten Renditen abwerfen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von bis zu 12 (Beim KGV wird der Kurs der Aktie in Relation zum Gewinn gesetzt. Je niedriger das KGV, desto preisgünstiger ist die Aktie). Wer günstig kauft, kann mehr gewinnen und weniger verlieren.

„Wenn Sie sich über die mögliche Entwicklung an den Börsen im Unklaren sind, ist es manchmal ratsam, die Entwicklung erstmal von der Seite zu beobachten“, sagt Frank Haser von der gleichnamigen Vermögensverwaltung. Die Deutschen seien risikobewusst, dies spiegele sich in fast allen Bereichen des Lebens wider - außer beim Vermögensmanagement. Hier würden viele Anleger Risiken eingehen. Ein häufiger Fehler sei die Bildung von sogenannten Klumpenrisiken, teils durch ausgeprägte Heimatliebe bedingt. „Größtenteils investieren die Anleger bevorzugt in deutsche Aktien und Anleihen und erhöhen folglich das Risiko bei ihren Anlagen“, erklärt Haser. „Doch jeder weiß, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte. 90 Prozent des Investmenterfolgs und des Risikos hängen von einer sinnvollen Vermögensstruktur ab.“

Bei einem regelmäßigen Risikocheck erhält der Anleger Informationen und Tipps, um sein Risiko zu steuern und zu minimieren, wie die Vermögensverwalter erklären. Dabei reiche der Blick auf Vermögensklassen wie Aktien und Anleihen nicht aus. Folgende Kennzahlen sollte ein Vermögensberater mit Kunden besprechen: Volatilität, Value at risk und maximum drawdown. Sollten diese Bezeichnungen Fremdworte für Anleger sein, könnte das Vermögen im Blindflug sein. „Nicht nur beim Autofahren sind Instrumente wie Tacho und Drehzahlmesser sinnvoll und hilfreich. Auch bei der Vermögensanlage sollte der Anleger seinen Bremsweg kennen“, erklärt vom Schemm. Ein dritter Aspekt beim Risikomanagement sei die Psyche. „Sicherlich kennen Sie folgende Situation. Ihr Finanzberater ruft Sie an und rät Ihnen eine Position mit Gewinn abzustoßen. Sie willigen ein. Er ruft wieder an und empfiehlt eine Verlustposition zu schließen. Sie verneinen. Ein menschliches Verhalten“, sagt vom Schemm. Gewinne wollten Anleger realisieren, Verluste nicht. „Die gegenteilige Methode – Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen – klingt einfach und logisch“, fügt Haser hinzu. Die Börsen bewegen sich in Trends.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

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Die Aufwärtsbewegung des Dax ist beispielsweise seit Anfang 2009 intakt. Mittels Absicherungen, sogenannter Stop-Loss-Limite, können Anleger das Risiko in Grenzen halten und Transaktionskosten aufgrund unnötiger Umschichtungen sparen, wie die Vermögensberater berichten. „Ich sichere häufig meine Gewinne ab, aber lasse dem Trend noch die Chance sich fortzusetzen“, erklärt vom Schemm. „Damit Sie zukünftig entspannter und risikobewusster anlegen können, die wichtigen Regeln im Überblick: Kaufen Sie antizyklisch ein, so reduzieren Sie Verluste und erhöhen Chancen. Streuen Sie richtig, der wohlmöglich beste Schutz gegen nachhaltige Verluste. Schalten Sie auf Autopilot, um Ihr Vermögen auf Kurs zu halten.“

ku

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