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Böse Überraschung für E-Auto-Fahrer: Stadtwerke München ziehen Preise fürs Laden merklich an

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Von: Patrick Freiwah

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Foto Manuel Geisser 14.10.2021 : Ladestation für Elektroautos *** Photo Manuel Geisser 14 10 2021 Charging station for e
Das Laden von E-Autos wird in München teurer. © Manuel Geisser/Imago

Die Energiewende wird für Elektroauto-Fahrer teurer: Angesichts der jüngsten Entwicklungen erhöhen die Stadtwerke in München den Strompreis für das Laden merklich.

München - Leergefegte Märkte, gestiegene Beschaffungskosten und dazu die Ukraine-Krise: Die Energiepreise sind zuletzt merklich gestiegen. Elektroauto-Fahrer in der bayerischen Landeshauptstadt werden mit dem nächsten Schock konfrontiert: Die Münchner Stadtwerke (SWM) erhöhen den Strompreis deutlich um bis zu 81 Prozent!

Elektroauto in München laden: Stadtwerke (SWM) drehen an der Preisschraube

Wer glaubt, es gebe eine Schonfrist, sieht sich getäuscht: Bereits zum 1. April werden die Energiekosten für die Kunden angezogen: An den AC-Ladestationen steigt der Strompreis von 38 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 49 Cent/kWh, an DC-Schnellladestationen springt der Betrag von derzeit noch 38 Cent/kWh auf stolze 69 Cent pro kWh. Die aktuellen Tarife haben noch bis Ende März Bestand, danach verlieren die Ladekarten des städtischen Anbieters ihre Gültigkeit.

„Die Entwicklung auf den Energiemärkten sowie der allgemeine Kostenanstieg machen es nötig, unsere Preise anzupassen“, ist der Wortlaut einer an die SWM-Kunden verschickten E-Mail. Wenn Elektroauto-Fahrer trotz der Preiserhöhung dabei bleiben möchten, müssen sie einen neuen Vertrag abschließen, können jedoch ihre alte Ladekarte weiter benutzen. Jedoch gelte das nur, wenn man sich bis 31. März für eine Verlängerung zu den neuen Konditionen entscheidet. Danach müsste die Karte getauscht werden - oder aber das E-Auto per App geladen.

Wenn man sich später für den SWM-Tarif entscheidet - oder aber Neukunde ist - wird auch die Ladekarte teurer: Der Preis steigt von einmalig 5 Euro auf 11,90 Euro. Damit wird der bei vielen Kunden beliebte Umstand beendet, dass bei dem Ladetarif zwischen Wechsel- und Gleichstrom kein preislicher Unterschied besteht. Die letzte Erhöhung der Münchner Stadtwerke fand drei Jahre zuvor im April 2019 statt. Ein weiterer Anbieter erhöhte kürzlich den Preis an den Ladesäulen*.

Münchner Stadtwerke erhöhen Strompreis für E-Autos - „Keine Anpassung mehr, das ist brutal“

Wenig überraschend sind viele Kunden des Münchner Anbieters nicht erfreut. „Eine Preissteigerung um 28 % (AC) bzw. um 81 % (DC) ist schon krass. Das ist keine Anpassung mehr, das ist brutal“, schildert ein Verbraucher. Ein anderer bringt es auf den Punkt: „Das ist die Essenz von Kapitalismus: Angebot und Nachfrage. Wenn der Strompreis an den Strombörsen innerhalb weniger Wochen um 300 % steigt, müssen die Versorger das an die Kunden weitergeben.“

Es gibt jedoch auch Personen, die nehmen die SWM in Schutz: „80 % teurer ist immer noch günstiger (...) Die Säulen der SWM verlangen im Moment 38 Cent für die kWh; die aller anderen Anbieter ca. 55-70 Cent! Also ist eine Erhöhung ok“, findet jemand.

Elektroauto laden: Tesla erhöhte Strompreis fünfmal in zehn Monaten

Laut eines Vergleichs im Sommer 2021 ist Laden an den Tesla-Superchargern* übrigens günstiger als bei den deutschen Rivalen von BMW, Mercedes und Co. Doch auch der US-Hersteller hat den kWh-Preis zuletzt fünfmal innerhalb von zehn Monaten angezogen, auf mittlerweile 40 Cent. Wie bei den Münchner Stadtwerken fällt jedoch bei Tesla ebenfalls keine Grundgebühr an.

Währenddessen sollten Verbraucher den anhaltenden Ukraine-Konflikt mit Sorge betrachten: Auch deswegen sind die Spritpreise zuletzt auf Rekordwerte gestiegen. (PF) *Merkur.de gehört zum Angebot von IPPEN.MEDIA

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