Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

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Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Vergleich zum Vormonat um 88 000 auf 3,153 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte.

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach (apn/dpa/ku) ‐ Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Juni dank einer zunehmend robusten Konjunktur und der Frühjahrsbelebung erneut gesunken.

Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Vergleich zum Vormonat um 88 000 auf 3,153 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Arbeitslosenzahl um 257.000 ab. Für das Gesamtjahr rechnet die Behörde nun mit weniger als 3,4 Millionen Arbeitssuchenden im Durchschnitt. Dennoch wollte der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, keine Entwarnung geben: „Die Entwicklung ist gut, eigentlich überraschend. Aber es ist noch nicht geschafft“, betonte er. Die Spuren der Krise seien weiterhin sichtbar.

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Noch immer sei der wirtschaftliche Aufschwung nicht so robust, dass er die Krise völlig ausradiert habe. Nicht nur, dass die Konjunkturprognosen für 2011 wieder schlechter als für das laufende Jahr ausfielen. Auch die Auftragslage aus dem Ausland sei unsicher. Zudem bereite ihm der Strukturwandel mit einem Abbau von gut bezahlten Vollzeitstellen im verarbeitenden Gewerbe und dem Aufbau schlecht bezahlter Teilzeitstellen im Dienstleistungsbereich Sorgen, sagte Weise. „Die Lage am Arbeitsmarkt ist besser als befürchtet, aber es gibt noch Unsicherheiten“.

Arbeitslosigkeit sinkt gegenüber Mai um 4,1 Prozent

Auch am hessischen Arbeitsmarkt geht es dank des Wirtschaftswachstums weiter bergauf. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juni weiter: 196 143 Menschen waren erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt mitteilte. Das waren 3 993 oder 2,0 Prozent weniger als im Mai und 14 669 oder 7,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von Mai auf Juni von 6,5 auf 6,3 Prozent. Im Juni 2009 hatte sie noch bei 6,8 Prozent gelegen. Das Angebot offener Stellen zog merklich an - dennoch fehlen noch tausende Ausbildungsstellen.

Die Arbeitslosigkeit ist auch in Stadt und Kreis Offenbach leicht zurückgegangen. Im Juni waren 14 143 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 342 Menschen oder 2,4 Prozent weniger als im Mai, wie die Agentur für Arbeit Offenbach mitteilte. Die Arbeitslosenquote sei auf 8,1 gegenüber 8,3 Prozent im Vormonat gefallen. Im Juni seien der Agentur für Arbeit 657 offene Stellen neu gemeldet worden, das seien 32,5 Prozent mehr als im Juni 2009. Den deutlichsten Rückgang bei der Arbeitslosigkeit habe es in der Stadt Offenbach gegeben.

In der Hauptagentur sei die Arbeitslosigkeit gegenüber Mai um 4,1 Prozent zurückgegangen. Mit 6 838 arbeitslosen Männern und Frauen habe sich eine Quote von 11,3 Prozent (Mai: 11,8) ergeben. In der Geschäftsstelle Rodgau, zuständig für die Gemeinden Rodgau, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm seien 4 228 Arbeitslose registriert worden. Die Arbeitslosenquote habe wie im Mai bei 6,8 Prozent gelegen. In der Geschäftsstelle Seligenstadt, zuständig für Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Mühlheim und Obertshausen, seien 3 077 Arbeitslose gezählt worden. Die Quote habe im Juni wie im Mai bei 6,1 Prozent gelegen.

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