Entspannung auf dem Jobmarkt

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach (dpa/ku) - Der Arbeitsmarkt in Deutschland profitiert weiter vom stabilen Aufschwung der Wirtschaft. Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juni um 67.000 auf 2.893.000 gesunken.

Das waren 255.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte. Die Quote ging um 0,1 auf 6,9 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,5 Prozent gelegen. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt habe sich fortgesetzt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei nach wie vor hoch. „Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen weiter“, sagte Weise.

Der Konjunkturaufschwung hat nach Angaben der BA auch zu einem deutlichen Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt. Binnen Jahresfrist nahm sie um 680.000 auf 28,23 Millionen zu (Zahlen vom April). Etwa 60 Prozent des Zuwachses entfiel auf Vollzeitjobs. Die Zahl der Erwerbstätigen lag zuletzt (im Mai) mit 40,88 Millionen um 488.000 über dem Vorjahreswert.

Am hessischen Arbeitsmarkt verliert der Aufschwung an Tempo. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen auch im Juni, wie die Regionaldirektion der BA in Frankfurt mitteilte. Doch der Rückgang fiel deutlich schwächer aus als sonst in diesem Monat. Nach den Zahlen der Agentur waren im Juni 181.258 Frauen und Männer ohne Job. Das waren 1015 oder 0,6 Prozent weniger als im Mai und 7,2 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,8 Prozent. Im Juni 2010 hatte sie noch 6,3 Prozent betragen. „Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt lässt eindeutig nach, aber es ist noch zu früh von einem negativen Trend zu sprechen“, erklärte der Leiter der Regionaldirektion, Frank Martin. „Für Juli gehen wir von einem saisonüblichen Anstieg der Zahlen aus.“ Im Sommer melden sich viele junge Menschen vor Beginn des Studiums arbeitslos, ohne tatsächlich eine Anstellung zu suchen.

Rückgang in Offenbach um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach ist die Erwerbslosigkeit im Juni um 0,7 Prozent gegenüber Mai und um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Mit 13.389 Menschen waren 95 weniger als im Vormonat und 639 weniger als im Juni 2010 arbeitslos gemeldet, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Im Juni habe die Quote bei 7,6 gegenüber 7,7 Prozent im Vormonat und 8,1 Prozent im Juni 2010 gelegen. „Die Arbeitsmarktzahlen im Juni sind geprägt von Zugängen bei den Jugendlichen“, erklärte Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Offenbacher Arbeitsagentur. „Der Anstieg um beinahe zehn Prozent ist darauf zurückzuführen, dass viele junge Leute ihre Ausbildung beendet haben und jetzt vor der sogenannten zweiten Schwelle stehen. Das war zu erwarten und wird sich in den nächsten Monaten ausgleichen. Denn der Bedarf an qualifizierten Fachleuten - alten wie jungen - ist vorhanden. Das zeigt sich auch daran, dass sich der Arbeitsmarkt für Ältere, die noch nicht lange arbeitslos sind, positiv entwickelt hat: Hier sind die Zahlen erneut zurückgegangen.“

Überall im Agenturbezirk ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen; am meisten im Bezirk der Geschäftsstelle Seligenstadt. In der Hauptagentur Offenbach gab es den geringsten Rückgang. Auf 5,2 Prozent ging die Arbeitslosenquote im Bezirk der Geschäftsstelle Seligenstadt, zuständig für Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Mühlheim und Obertshausen, im Juni zurück, wie die Agentur weiter berichtete. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen sei auf 2687 gesunken, das seien 1,7 Prozent weniger als im Vormonat und 10,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. In der Geschäftsstelle Rodgau, zuständig für Rodgau, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm, seien 3976 Erwerbslose registriert worden. Gegenüber Mai sei das ein Rückgang um 0,8 Prozent, gegenüber Juni 2010 um 5,2 Prozent. Die Quote sei stabil auf dem Mai-Wert von 6,3 Prozent geblieben. Im Bezirk der Hauptagentur Offenbach, zuständig für die Stadt, seien im Juni 6726 Arbeitslose gemeldet gewesen, 0,2 Prozent weniger als im Mai und 1,4 Prozent weniger als im Juni 2010. Die Quote stagnierte auf dem Vormonatswert von 11,1 Prozent.

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