Erholung am Arbeitsmarkt

Nürnberg/Frankfurt/Offenbach (dapd/dpa/ku) ‐ Die anhaltend gute Konjunktur hat im November für eine fortgesetzte Entspannung am Arbeitsmarkt gesorgt.

Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Vergleich zum Vormonat um 14.000 auf 2,931 Millionen zurück und damit auf den niedrigsten November-Stand seit 1991, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich eine Abnahme um 284 000. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 7,0 Prozent. Sie ging in Westdeutschland um 0,1 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent zurück und blieb in Ostdeutschland unverändert bei 10,7 Prozent.

„Der Beschäftigungsaufbau wird nach unserer Einschätzung immer stabiler und breiter“, erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise. Er erstrecke sich über alle Bundesländer und über viele Branchen, wie etwa die Zeitarbeit, das Baugewerbe, den Handel, Verkehr und Logistik, Gesundheits- und Sozialwesen sowie das Gastgewerbe. Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung sei seit fünf Monaten gewachsen. Internen Hochrechnungen zufolge lag sie im September bei 28,28 Millionen und damit um 484 000 über dem Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitjobs nahm im Vergleich zum Vorjahr um 276 000 und die der Teilzeitjobs um 204 000 zu.

Kälte verlangsamt Entspannung

„Es gibt nur wenige Wirtschaftszweige, die stagnieren oder sogar reduzieren“, sagte Weise weiter. Hierzu gehörten der öffentliche Dienst und der Finanzsektor sowie das verarbeitende Gewerbe, in dem es immer noch weniger Jobs als vor einem Jahr gibt. „Daher sprechen wir auch eher von einer Erholung als von einem Aufschwung am Arbeitsmarkt“, betonte der BA-Chef.

Ob sich diese Entwicklung fortsetzt und die Drei-Millionen-Marke auch im Dezember unterschritten wird, hängt nun vor allem vom Wetter ab. „Wir erwarten es eigentlich nicht, aber theoretisch wär's möglich“, sagte Weise. Die Arbeitslosigkeit könnte im „extrem günstigsten Fall“ lediglich um 30 000 steigen.

Mit dem Kälteeinbruch hat sich die Entspannung auf dem hessischen Arbeitsmarkt leicht verlangsamt. Zwar war der November 2010 mit 182 132 Erwerbslosen der beste November seit 1992, wie die Regionaldirektion der BA in Frankfurt mitteilte. Doch nach dem goldenen Oktober und angesichts des stabilen Aufschwungs hatten Fachleute auf noch bessere Ergebnisse gehofft. Sorge bereitet die zunehmende Zahl der über 50 Jahre alten Arbeitslosen und die große Gruppe Langzeitarbeitsloser. Die Arbeitslosenquote verharrte bei ihrem Oktoberwert von 5,9 Prozent. Im November 2009 lag sie noch bei 6,3 Prozent. „Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen bleibt in diesem Monat leicht hinter den Erwartungen zurück“, befand der Leiter der Regionaldirektion, Frank Martin.

Quote in Offenbach: 10,2 Prozent

Im Offenbacher Agenturbezirk waren im November 105 Menschen mehr arbeitslos als im Oktober. Mit 13 239 Menschen ist eine Steigerung um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen, wie die Agentur für Arbeit Offenbach mitteilte. Gegenüber dem November des Vorjahres sei die Erwerbslosigkeit um 3,3 Prozent zurückgegangen. Die Quote stagnierte auf dem Vormonatswert von 7,6 Prozent (November 2009: 7,8 Prozent). „Vor allem jahreszeitlich bedingte Kündigungen führten zum Anstieg der Arbeitslosigkeit“, erklärte Thomas Iser, neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. „Da sich die Steigerung bei unter einem Prozentpunkt bewegt und die Zahl der offenen Stellen erneut stark angestiegen ist, ändert sich aber wenig am insgesamt positiven Trend.“

In der Hauptagentur Offenbach, zuständig für die Stadt Offenbach, seien 6.136 Arbeitslose registriert worden, berichtete die Agentur weiter. Die Quote habe wie im Oktober bei 10,2 Prozent gelegen. In der Geschäftsstelle Rodgau, zuständig für die Gemeinden Rodgau, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm seien 4 180 Erwerbslose gezählt worden. Die Quote habe bei 6,7 Prozent gelegen nach 6,5 Prozent im Oktober. In der Geschäftsstelle Seligenstadt, zuständig für Seligenstadt, Hainburg, Mainhausen, Mühlheim und Obertshausen seien 2 923 Arbeitslose registriert worden. Die Quote lag wie im Oktober bei 5,8 Prozent.

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