Erneut Gerüchte über „manroland“

Offenbach - „Ohne Offenbach geht nichts“, sagte Werner Dreibus unserer Zeitung. Über Fusionsverhandlungen zwischen den Druckmaschinenherstellern Heidelberger Druck und „manroland“ sei er zwar nicht informiert, erklärte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach weiter. Von Marc Kuhn

Sollte es die Gespräche geben, sei die Grundbotschaft aber: Erhalt des hiesigen Standorts. Dreibus, der als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von „manroland“ sitzt, berichtete von Gerüchten, nach denen in der nächsten Woche eine nicht geplante Sitzung des Gremiums stattfindet.

Die Betriebsratsvorsitzende von „manroland“, Alexandra Roßel, bestätigte, dass der Aufsichtsrat am Dienstag tagt. Auch sie ist nicht über Fusionsverhandlungen informiert. Aber: „Wir sind sicher, dass es Gespräche gibt.“ Roßel fordert Klarheit für die Belegschaft. Eine Sprecherin von „manroland“ wollte die Gerüchte über eine Fusion nicht kommentieren.

Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss konkretisieren sich, berichtete das „manager-magazin“. „Aktueller Streitpunkt: Eine Fusion der beiden unter Überkapazitäten leidenden Unternehmen ergäbe nur Sinn, wenn ein Teil des Bogendruckgeschäfts abgestoßen würde.“ Bei einer Allianz der Unternehmen könnten die Heidelberger das eigene Portfolio mit Bogendruckmaschinen (für Verpackungsdruck) durch die Rollendruckmaschinen (für Zeitungsdruck) von „manroland“ ergänzen. So entstünde ein Komplettanbieter. Allerdings ergäbe eine Fusion nur Sinn, wenn ein Teil des Bogendruckgeschäfts abgestoßen würde, schrieb das Magazin weiter. Das verlange auch das Kartellamt. Der neue Konzern könnte auf das Bogendruckwerk von „manroland“ in Offenbach verzichten, das ohnehin Sorgen bereite. „Ein Käufer dürfte jedoch im Augenblick schwer zu finden sein. Ergo bliebe nur die Schließung der Fabrik, die 2 500 Menschen beschäftigt. Über diesen Punkt wird derzeit heftig diskutiert.“

Roßel erklärte, der Vorstandsvorsitzende von „manroland“, Gerd Finkbeiner, habe gegenüber dem Gesamtbetriebsratschef des Unternehmens, Jürgen Bänsch, eine Schließung des Standorts Offenbach dementiert. Die Arbeitnehmervertreterin sagte weiter: „Es kann nicht sein, dass der Bogendruck schließt.“ Von der Aufsichtsratssitzung erhofft sie sich konkrete Angaben.

Rubriklistenbild: © manroland AG

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