EVO-Tochter kündigt Vertrag mit Gasanbieter

Offenbach (al) - Teldafax-Gaskunden müssen sich in Offenbach einen neuen Versorger suchen. Die 24/7 Netze GmbH, eine Tochter der Mannheimer MVV Energie und der Energieversorgung Offenbach AG (EVO), hat Ende April den Netznutzungsvertrag für Erdgas mit dem Anbieter Teldafax gekündigt.

Wie EVO-Sprecher Harald Hofmann unserer Zeitung sagte, hat Teldafax offene Rechnungen für die Nutzung des Erdgasnetzes nicht beglichen. Die 24/7 Netze GmbH betreibe die Netze für Erdgas, Strom, Wasser und Fernwärme im Netzgebiet der EVO.

„Bereits im Herbst wurde Teldafax abgemahnt, trotz mehrfacher Aufforderung kam das Unternehmen den Zahlungsverpflichtungen und den geforderten Sicherheitsleistungen nicht nach, weshalb nun keine andere Möglichkeit blieb, als die Verträge zu kündigen“, so Hofmann. Betroffen seien im Versorgungsgebiet der EVO rund 70 Teldafax-Kunden, im Gebiet der MVV Energie etwa 610 Kunden. Laut Hofmann müssen diese Kunden keine Angst vor einer Versorgungsunterbrechung haben: „Die Gasversorgung Offenbach GmbH (GVO) springt ein und übernimmt die Energielieferung.“ Ab 1. Mai werde automatisch auf die GVO umgestellt. Natürlich könnten Kunden innerhalb von sechs Wochen einen anderen Gaslieferanten wählen oder auch zu einem späteren Zeitpunkt den Anbieter wechseln. Die Netzgesellschaft werde in den nächsten Tagen alle betroffenen Verbraucher per Post informieren. Um eine genaue Abrechnung des gelieferten Erdgases sicherzustellen, müssten die Zähler abgelesen werden. Nähere Auskünfte gebe es unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/3304617.

Wie Hofmann weiter sagte, sei die 24/7 Netze GmbH nicht der erste Versorger, der seine Verträge mit Teldafax kündige. Bereits seit einigen Monaten ist Teldafax Presseberichten zufolge von Insolvenz bedroht. Nach Angaben des Verbraucherportals stromtipp.de sieht Teldafax mit Sitz in Troisdorf gute Chancen, die aktuellen Schwierigkeiten nach und nach lösen zu können. Dazu brauche das Unternehmen allerdings noch ein bis zwei Monate Zeit.

Offen sei, ob Teldafax-Kunden, die bereits per Vorkasse gezahlt haben, ihr Geld zurückerhalten. „Diese Kunden müssen sich direkt an Teldafax enden“, sagte Hofmann. Die Belieferung der Teldafax-Kunden mit Strom gehe zunächst weiter. Hofmann betonte jedoch, dass auch hier die Nutzungsverträge eventuell noch im Mai gekündigt werden könnten. Dann seien in Offenbach nach Angaben von Hofmann mehrere Hundert Kunden betroffen.

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