Soziales Netzwerk feiert

Facebook laufen die Jüngeren weg

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Offenbach  - Nur wenige Internetfirmen haben unser Leben so nachhaltig geprägt wie Facebook. Etwa jeder zweite Internetnutzer auf der Welt teilt in dem sozialen Netzwerk seine Erlebnisse mit seinen Freunden.

Während die Alten kommen, flüchten die Jungen: Am 10. Geburtstag bekommt das soziale Netzwerk Facebook den Wandel zunehmend zu spüren. So mehren sich Hinweise, dass Jüngere verstärkt zu anderen Internetdiensten abwandern, vor allem zu WhatsApp. Dem Marktforschungsunternehmen iStrategyLabs zufolge haben drei Millionen Teenager Facebook den Rücken gekehrt. Demnach ist die Zahl der Menschen zwischen 13 und 17 Jahren bei Facebook von 2011 bis 2014 um etwa ein Viertel gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der mehr als 55-Jährigen rasant. Auch eine Studie der US-Eliteuniversität Princeton prognostiziert Facebook Rückgänge. Grundlage der Untersuchung ist die sogenannte Epidemieforschung; es geht um die Häufigkeit, mit der der Begriff „Facebook“ bei Google gesucht wird. Demnach seien die Suchanfragen bereits jetzt zurückgegangen.

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Ähnlich verfahren die Forscher zum Beispiel bei der Frage, wie sich Grippeepidemien ausbreiten. Je mehr Menschen „Grippe“ bei Google suchen, so die Wissenschaftler, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass es in Kürze eine Grippewelle gebe. Aufgrund der Erkenntnisse kommen die Wissenschaftler zum Schluss, dass Facebook schnell an Bedeutung verlieren wird und die Nutzerbasis zwischen 2015 und 2017 um 80 Prozent schrumpft. Forscher Alexander Filipovic ist nicht überrascht. „Wenn Mama und Papa bei der Party dabei sind, verläuft die Party eben anders. Jugendliche suchen sich dann andere Möglichkeiten und finden sie auch in einem sehr dynamischen Internet“, sagt der Professor für Medienethik im Gespräch mit unserer Zeitung.

(psh)

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