„Fachkräftemangel in Region verstärkt sich“

Offenbach - Zum vierten Mal in Folge hat sich das konjunkturelle Klima in Stadt und Kreis Offenbach verbessert.

Wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach gestern mitteilte, machte der Konjunkturklimaindex mit einem Anstieg von 4,2 Punkten keine großen Sprünge nach oben, erreichte aber mit 125,5 Punkten von 200 möglichen die Bestmarke der letzten zwei Jahre. Die IHK warnte jedoch vor einem starken Mangel an Fachkräften.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner erläuterte: „Die aktuelle und zukünftige Geschäftslage werden noch ein wenig besser eingeschätzt als letzten Herbst. Die stabile Entwicklung am Arbeitsmarkt mit leichter Tendenz zum Beschäftigungsaufbau setzt sich fort. Die Erwartungen an das Exportvolumen trüben sich trotz positiver Signale aus dem Ausland leicht ein. Dafür scheint die Zurückhaltung bei den Investitionen vorerst vorbei.“ Laut Weinbrenner sorgen der Nachholbedarf der Unternehmen, das anhaltend günstige Finanzierungsumfeld und die abklingende Unsicherheit wegen der Eurokrise für mehr Dynamik in der Investitionstätigkeit.

Zurückhaltung ist vorbei

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage habe sich sich erneut geringfügig verbessert. Der Saldo steige um 4,7 Punkte auf einen Wert von 36,3 Punkten. 44 Prozent aller Befragten befänden ihre momentane Situation als „gut“, 48 Prozent als „befriedigend“. Nur acht Prozent beklagten schlechte Geschäfte. Weniger seien es zuletzt 2011 gewesen. Während sich die Einschätzung für die gesamte Region Offenbach nur leicht verändert habe, habe sie sich im Landkreis verbessert (plus 8,5 Prozent) und in der Stadt Offenbach verschlechtert (minus 7,4 Prozent).

„Mehr als jedes vierte Unternehmen erwartet 2014 eine günstigere Geschäftsentwicklung. Nur rund jeder zehnte Befragte ist der Zukunft gegenüber pessimistisch eingestellt. Damit fällt die Beurteilung etwas besser aus, als im vergangenen Herbst. Besonders positiv gestimmt zeigen sich Bau- und Verkehrsgewerbe sowie unternehmensbezogene Dienstleister. Im Gastgewerbe und bei der Kredit- und Versicherungswirtschaft überwiegt nach wie vor die Skepsis“, so Weinbrenner. Mit einem Anstieg um 8,1 Punkte scheine bei den Investitionen die Zurückhaltung der letzten zwei Jahre vorbei. Ein Viertel aller Unternehmen wolle wieder mehr im Inland investieren, zwölf Prozent ihr Budget zurückfahren. Vor allem Groß- und Einzelhändler zeigten sich ausgabenfreudig.

In guter Verfassung

Der Arbeitsmarkt in der Region ist weiterhin in guter Verfassung, heißt es weiter. Die Bereitschaft, Personal einzustellen, sei geringfügig gestiegen. 19 Prozent benötigten in den kommenden Monaten mehr Personal, zehn Prozent planten Stellen abzubauen. Vor allem bei unternehmensbezogenen Dienstleistern sei mit mehr Einstellungen zu rechnen. Trotz guter Arbeitsmarkttendenzen verstärke sich aber der Fachkräftemangel. Allein 2014 fehlen in Stadt und Kreis laut IHK-Fachkräftemonitor bereits 9 000 Fachkräfte, davon 8 000 Nichtakademiker. Um ihren Fachkräftebedarf decken zu können, müssten die Unternehmen verstärkt ausbilden.

Bei der heimischen Wirtschaft mache sich das Anziehen der Weltkonjunktur noch nicht bemerkbar. Weinbrenner: „Die Erwartungen an die Auslandsausfuhren für das aktuelle Jahr treten auf der Stelle. Rund 45 Prozent aller befragten Unternehmen geben an, ihre Waren und Dienstleistungen ins Ausland zu verkaufen. Während die Industriefirmen davon ausgehen, künftig weniger zu exportieren, setzen die Dienstleister auf einen höheren Auslandsumsatz.“ Weinbrenner bilanzierte: „Zum wiederholten Mal gibt die regionale Wirtschaft eine bessere Lagebeurteilung ab und blickt hoffnungsvoll auf 2014.“

al

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