„Filialnetz wird ideal ergänzt“

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Brass-Eigentümer Ulrich Brass

Die Opel-Autohäuser in der Region sind unter einem neuem Dach: Die Joseph Brass GmbH & Co. KG aus Aschaffenburg übernimmt die Niederlassungen der insolventen GVO GmbH in Offenbach, Neu-Isenburg und Frankfurt. Brass will mehr als die Hälfte der Mitarbeiter weiterbeschäftigen und Frankfurt als Standort ausbauen.

Die GVO hatte im Februar 2010 Insolvenz beantragt, das Unternehmen war als Auffanggesellschaft aus der Georg von Opel GmbH hervorgegangen, die 2006 Insolvenz beantragt hatte. Unser Redakteur Achim Lederle sprach mit Brass-Eigentümer Ulrich Brass über seine Ziele an den neuen Standorten.

Welche Rolle wird der Standort Offenbach in Zukunft im Brass-Firmenverbund spielen? Wieviele Standorte in Rhein-Main haben Sie insgesamt?

Wir wollen an den Standorten Offenbach und Neu-Isenburg die Opel-Kunden bestmöglich bedienen. Insgesamt haben wir 25 Standorte im Rhein-Main-Gebiet, davon 16 Opel-Standorte. Neben Opel vertreiben wir am Untermain die Marke Skoda und in Südhessen die Marken Peugeot, Fiat und Alfa Romeo. In unseren Standorten achten wir hierbei stets auf eine exklusive Präsentation und Betreuung der jeweiligen Marke.

In unseren Betrieben in Dietzenbach und Rodgau sind wir darüber hinaus mit den Marken VW und Audi vertreten. Offenbach und Neu-Isenburg sind zusammen betrachtet ideale Ergänzungen unseres Filialnetzes. Wir sind heute schon stark im Osten des Rhein-Main-Gebiets, wo wir vor 75 Jahren in Aschaffenburg gegründet worden sind. Auch im südlichen Raum um Darmstadt sind wir gut positioniert, jetzt erweitern wir uns in die Mitte des Rhein-Main-Gebiets mit Offenbach und Neu-Isenburg und natürlich auch mit dem geplanten neuen Zentrum an der Hanauer Landstraße in Frankfurt.

Wieviele Beschäftigte haben Sie insgesamt und wieviele sollen in Zukunft in Offenbach arbeiten?

Insgesamt sind bei der Brass-Gruppe, die etwa 400 Millionen Euro umsetzt, 900 Mitarbeiter beschäftigt. In Offenbach werden wir etwa 30 Mitarbeiter haben, in Neu-Isenburg 16. So wollen wir beginnen, wenn sich die Geschäfte gut entwickeln, können wir uns natürlich auch vorstellen, die Zahl aufzustocken. Das Geschäftsvolumen ist wegen der Insolvenz natürlich geschrumpft. Da der Name Georg von Opel unter der zweimaligen Insolvenz gelitten hat, werden wir nur noch den einheitlichen Namen Brass verwenden.

Wir werden in Offenbach und Neu-Isenburg alle bisherigen Aktivitäten weiterführen, das heißt neben dem Verkauf von neuen und gebrauchten Opel- und Chevrolet-Fahrzeugen gibt es den Servicebereich, das Teilegeschäft sowie das traditionell in Offenbach beheimatete Karosserie- und Lackzentrum. Bisher gab es in Offenbach etwa 45 Beschäftigte.

Vom Insolvenzverwalter sowie auch von der Gewerkschaft IG Metall gab es viel Vorschusslorbeeren. Brass sei der ideale Investor für das ehemalige Autohaus Georg von Opel. Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter?

Die Gespräche waren immer konstruktiv und zielführend. Wir hatten eine sehr schwierige Ausgangslage, da beide Autohäuser in Offenbach und Neu-Isenburg zwei Mal in Insolvenz waren. Jetzt ist der Weg bereitet für mehr Kontinuität und mehr Sicherheit für die Beschäftigten.

Was passiert mit dem Offenbacher Gebrauchtwagenzentrum, das zur Zeit sehr ausgedünnt aussieht?

Das Gebrauchtwagenangebot ist momentan vor dem Haus konzentriert, wir wollen nicht mit einem riesigen Angebot von Gebrauchtwagen beginnen. Das Geschäft muss organisch wachsen. Wir haben das derzeitige Angebot abgestimmt auf das, was in den nächsten zwei Monaten machbar erscheint ist. Wir werden bei Bedarf weiter aufstocken.

Wie sehen die Schulungen für die Mitarbeiter in Offenbach aus?

Es gibt zwei Arten von Schulungen: Die eine betrifft das Brass-Verkaufsphilosophie, die andere betrifft die internen Abwicklungsprozesse. Hier geht es um die Integration in die bestehenden Arbeitsabläufe. In beiden Bereichen laufen derzeit Schulungen.

Was ist in Frankfurt geplant?

Nach der Schließung des Standorts Frankenallee wurden die Opel-Aktivitäten vorübergehend auf den Standort Hanauer Landstraße (ehemals Schaum) konzentriert. Ab dem 31. März werden wir unser Smart-Zentrum in Frankfurt ebenfalls an der Hanauer Landstraße schließen, im Anschluss bis Juli zum neuen Frankfurter Opel-Zentrum erweitern und dann auch unter dem Namen Brass fortführen. Wir bieten Ausstellungsflächen von 500 qm im Neuwagenbereich, über 20 Werkstattarbeitsplätze und genügend Platz für ein attraktives Opel-Gebrauchtwagengeschäft.

Es wird ein Highlight für die Firma Brass und für Opel in Rhein-Main. Unser Betrieb in Aschaffenburg ist zwar vom Flächenangebot größer, aber die Zahl der Stellplätze übersteigt das Angebot in Aschaffenburg, weil wir im Neubau zwei Etagen nutzen werden.

Was sind Ihre Geschäftsziele 2011 mit den neuen Standorten?

Erstmal wollen wir bescheiden beginnen, Betrieb und Mitarbeiter sollen sukzessive ausgelastet werden. Wir wollen die Kunden im Verkauf und Service durch attraktive Angebote überzeugen. Hierzu haben wir zum Beispiel die Preise im Service- und Teilebereich zum Teil deutlich gesenkt.

Unsere Angebote im Neuwagenbereich sind hervorragend und für die Menschen leistbar. Wir sind froh und stolz, jetzt auch im Raum Offenbach vertreten zu sein.

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