Ausblick aufs Finanzjahr / Geringe Erträge bei Anleihen

Experte sieht keine Alternative zu Aktien

Dreieich/Neu-Isenburg -   „An den Märkten wird es 2015 weiterhin spannend bleiben“, erklärten die Finanzexperten Guido vom Schemm und Frank Haser.

Für vom Schemm, Geschäftsführer der GVS Financial Solutions aus Dreieich, sind Aktien alternativlos, da diese einen Sachwert darstellen und die Dividendenrendite deutlich über den Renditen im Festzinsbereich liegen. „Amerikanische Aktien sind bereits teuer, wohingegen asiatische Werte, besonders Aktien aus Südostasien, immer noch günstig bewertet sind und vom niedrigen Ölpreis profitieren“, erklärte vom Schemm. „Europäische Aktienmärkte dürften sich 2015 zu Schaukelbörsen entwickeln“. Fallende Kurse würde er allerdings zum Nachkaufen nutzen. Dabei sieht der Finanzexperte vor allem exportorientierte Aktien aus Deutschland im Vorteil. Durch den schwachen Euro könnten sie ihre Waren außerhalb der EU günstiger anbieten und hätten so einen Wettbewerbsvorteil.

Auch Haser von der gleichnamigen Vermögensberatung aus Neu-Isenburg erwartet, dass die Aktienmärkte in diesem Jahr volatil bleiben. Momentan favorisiert er ausgewählte europäische Aktien. „Dort sind die Erwartungen an die Unternehmen niedrig und niedrige Energiekosten und günstige Währungseffekte könnten sich künftig als kleines Konjunkturprogramm erweisen.“ Im Rentenbereich wird es aufgrund der niedrigen Leitzinsen weiterhin schwierig sein, eine Rendite zu erzielen, wie die Finanzexperten mitteilten. Vom Schemm spricht von einem zinslosen Risiko bei europäischen Anleihen.

Mexikanische Anleihen als Alternative

„Die Anleger werden für das Risiko, welches sie bei europäischen Staats- oder Unternehmensanleihen eingehen, sehr schlecht entlohnt. Setzt ein Anleger auf einen Schuldner mit sehr guter Bonität, wie Deutschland oder beispielsweise Volkswagen, erzielt er bei kurzen Laufzeiten sogar eine negative Rendite“, so Haser. Eine Alternative sieht vom Schemm in Ländern mit guter Leistungsbilanz wie beispielsweise Mexiko, die noch fünf oder sechs Prozent zahlen.

Haser sieht am Rentenmarkt auch große Herausforderungen. „Jeder Anleger, der heute sein Geld in Zinsanlagen investieren möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er auf Jahre dafür nur noch äußerst bescheidene Erträge erhält. Um heute noch Erträge erwirtschaften zu können, hat er nur zwei Alternativen. Entweder er akzeptiert eine äußerst lange Restlaufzeit oder er macht Abstriche bei der Bonität der gekauften Anleihe“, erklärte Haser. Als Versicherung fürs Depot empfiehlt vom Schemm kleinere Anlagen in Gold.

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ku

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