Finanzielle Reserve ist beim Hausbau wichtig

Offenbach (ku) ‐ Vor dem Bau oder Erwerb eines Eigenheims gilt es viele Details etwa der Finanzierung und Planung zu klären. Bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung haben Experten Fragen beantwortet. Für alle, die nicht durchgekommen sind, hier wichtige Fragen und Antworten.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es bei der KfW-Bank?

Beim Neubau rückt besonders das energieeffiziente Bauen in den Vordergrund. Das Programm 153 für den KfW-70 Standard und das Passivhaus beinhaltet besonders niedrige Zinsen, mit der Möglichkeit, in den Anfangsjahren eine Tilgungssetzung zu nutzen. Ebenfalls gefördert wird mit dem Programm 154 der KfW-85 Standard. KfW 70 und 85 besagen, dass der Energieverbrauch nur noch 70 beziehungsweise 85 Prozent des gesetzlich vorgeschriebenen Energiebedarfs beträgt.

Ist es besser mit einem Architekten oder einem Bauträger beim Hausbau zusammen zu arbeiten?

Diese Frage lässt sich schlecht eindeutig beantworten. Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn Sie den Bauauftrag einem Architekten übertragen, dann ist die Baubetreuung in der Regel sehr intensiv, individuell auf Ihre Wünsche abgestimmt und vor allem unabhängig. Beim Bauträger siegt ganz klar der finanzielle Aspekt, denn dieser ist oftmals günstiger. Und bei schlüsselfertigen Häusern wird Ihnen das Baugrundstück gleich mitgeliefert. Generell sollte darauf geachtet werden, dass ein externes und unabhängiges Baucontrolling stattfindet.

Was ist aus technischer Sicht beim Erwerb einer Gebraucht immobilie zu beachten?

Sie sollten sich auf jeden Fall fachkundigen Rat für die Baubegehung einholen. Am besten eignet sich dafür ein unabhängiger Baugutachter. Dieser kann Ihnen dann eine Einschätzung über die Substanz des Hauses geben. Außerdem klärt er mit Ihnen die Zielsetzung der Hausnutzung ab. Ziehen Sie in das Haus mit Ihren Kindern, soll eine neue Raumaufteilung vorgenommen werden oder soll das Objekt später als Mehr-Generationen-Haus dienen? Und er wird einen Modernisierungscheck machen. Er klärt also mit ihnen ab, ob Ihr Haus energetisch saniert werden soll und welche Fördermöglichkeiten Sie dann in Anspruch nehmen können.

Wie viel Eigenkapital sollte in die Baufinanzierung einfließen?

Oft wird ein Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent empfohlen. Setzen Sie diesen Anteil nicht zu niedrig an, denn je mehr Eigenanteil sie leisten, desto geringer ist der nötige Baukredit. Und das bedeutet wiederum, dass sie eine niedrigere Tilgungsrate und weniger Zinsen zahlen müssen. Es ist aber auch ratsam, eine kleine finanzielle Reserve zu behalten, die für unerwartet auftretende Kosten eingesetzt werden kann.

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