Ertragseinbruch / Keine Entlassungen

Finanzkrise trifft die Messe Frankfurt

Frankfurt ‐ Die internationale Finanzkrise hat der Messe Frankfurt einen Umsatzrückgang und einen Einbruch beim Ergebnis beschert. Von Marc Kuhn

„Wir standen und stehen vor großen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe, Michael von Zitzewitz, gestern in Frankfurt. Der Konzernumsatz werde 2009 voraussichtlich bei 423,5 Millionen Euro liegen. „Damit bewegen wir uns ziemlich genau auf dem Niveau von 2007 und können sehr zufrieden sein“, erklärte von Zitzewitz. Im vergangenen Jahr sei ein Umsatz von etwa 440 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Das Ergebnis vor Steuern werde bei rund 30 Millionen Euro liegen. 2008 habe es 51,6 Millionen Euro betragen. „Wir haben auch in diesem wirtschaftlich sehr schwierigem Umfeld einen beachtlichen Gewinn erzielt.“ Bisher seien keine Mitarbeiter entlassen worden, und dabei solle es auch bleiben. „Die Messe Frankfurt ist nicht nur ein großer Arbeitgeber unserer Region, sondern auch ein verlässlicher“, sagte von Zitzewitz. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 1 600 Mitarbeiter.

2010 werde wieder ein schwieriges Jahr, erläuterte von Zitzewitz. Und das gelte vermutlich auch für 2011. „Wir werden uns in einzelnen Branchen den wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen stellen müssen“, sagte der Messechef. „Wir arbeiten weiter an einer Straffung und Optimierung der Organisation in Frankfurt.“

Im laufenden Jahr habe das Unternehmen weltweit 92 Messen und Veranstaltungen mit etwa 62 800 Ausstellern und rund 3,2 Millionen Besuchern durchgeführt. In Frankfurt hätten 31 Messen und Veranstaltungen mit etwa 37 900 Ausstellern und rund 2,25 Millionen Besuchern stattgefunden, berichtete von Zitzewitz weiter. Im Ausland habe das Unternehmen 54 Veranstaltungen durchgeführt, an denen mehr als 22 300 Aussteller teilnahmen, so der Firmenchef.

Die Messe Frankfurt wolle ihre Marktchancen besser nutzen. „Wir denken voraus und investieren in neue Geschäftsfelder, auch in der Krise.“ Von Zitzewitz erklärte: „Neben der Stärkung des Standorts Frankfurt entwickeln wir auch unser Auslandsgeschäft weiter.“ In den vergangenen mehr als zehn Jahren seien über 800 Millionen Euro in das Messegelände investiert worden.

Wer jetzt ein solides Polster habe, könne wachsen und gestärkt aus der Krise gehen, sagte von Zitzewitz, der im März aus Altersgründen aus dem Unternehmen ausscheidet. Die Messe Frankfurt sei gut aufgestellt. „Ich übergebe ein Unternehmen, dass fit für den globalen Wettbewerb ist“, erklärte von Zitzewitz weiter. Nachfolger wird der bisherige Chef der Leipziger Messe, Wolfgang Marzin.

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