Handwerker in Offenbach sind skeptisch

Berlin/Offenbach (dpa/ku) ‐ Für viele Handwerksbetriebe in Deutschland gibt es trotz des leichten Wirtschaftsaufschwungs keine Entwarnung. „2010 wird ein schwieriges Jahr für das Handwerk“, sagte der Generalsekretär des Handwerksverbands, Hanns-Eberhard Schleyer, gestern in Berlin.

Die Umsätze der Branche würden 2010 erneut in den roten Zahlen landen: „Wir erwarten ein Minus von einem Prozent.“ Ähnlich sieht es in der Region aus. „Das kann ich voll und ganz mittragen“, sagte der Geschäftsführer der Handwerkerschaft in Stadt und Kreis Offenbach, Helmut Geyer, zu den Äußerungen Schleyers.

Geyer erklärte weiter, dass Handwerksbetriebe in der Region häufig mit Finanzierungsproblemen kämpften. Ein Grund dafür sei, dass Lieferanten oft Vorkasse verlangen würden. Zudem habe sich die Zahlungsmoral von privaten Kunden und der öffentlichen Hand verschlechtert. „Die Leistung ist erbracht, die Rechnung aber noch nicht bezahlt“, berichtete Geyer.

Vor allem Zulieferer streichen Stellen

Nach Einschätzung des Handwerksverbands bemühen sich viele Betriebe, ihre Mitarbeiter zu halten. In vom Export-Einbruch betroffenen Firmen seien Stellenstreichungen aber unausweichlich. Das betreffe vor allem Zulieferer wie Feinwerkmechaniker und Elektromaschinenbauer. „Auch 10.000 noch unbesetzte Lehrstellen bremsen die Beschäftigung“, sagte Schleyer. Unterm Strich würden im laufenden Jahr im Handwerk etwa 40.000 der 4,8 Millionen Jobs verloren gehen - das wäre ein Minus von 0,8 Prozent.

Die große Mehrheit der Handwerker will sich von der Krise nicht unterkriegen lassen. Mehr als drei Viertel der Betriebsinhaber (76 Prozent) beurteilen in einer Umfrage ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das sind 12 Prozent mehr als im ersten Jahresdrittel. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte 22.900 Betriebe befragt.

Lob gibt es für die Konjunkturpakete der Bundesregierung. Von den Milliarden für die Infrastruktur profitieren viele kleine Firmen in den Regionen. „Das hat eindeutig zu einer Stabilisierung der einheimischen Wirtschaft beigetragen und Arbeitsplätze gesichert“, sagte Schleyer. Erfreulich sei die Lage in den neuen Ländern. Die dortige Handwerkswirtschaft präsentiere sich 20 Jahre nach dem Mauerfall relativ stabil.

Rubriklistenbild: © obs/DGUV

Kommentare