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Haus gilt als gute Altersvorsorge

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Dreieich/Neu-Isenburg - Häuser und Eigentumswohnungen sind für viele Deutsche Teil der Altersvorsorge. Allerdings müssen einige Aspekte beachtet werden.

Das Immobilienvermögen in Deutschland beträgt etwa zehn Billionen Euro. Rund 50 Prozent aller Deutschen sind Immobilienbesitzer und haben folglich eine gute Ausgangsposition für den Lebensabend. Einige Eckpunkte sollten berücksichtigt werden, damit der Traum nicht zum Albtraum wird. „Die selbstgenutzte Immobilie ist die häufigste und sinnvollste Form des Betongolds“, erklärte Guido vom Schemm, geschäftsführender Gesellschafter der GVS Financial Solutions GmbH mit Sitz in Dreieich. „Meistens wurde diese jedoch im Berufsleben, eventuell mit Familie, angeschafft. Viele Immobilien werden daher dem Rentenalter nur selten gerecht.“ Von der Etagenzahl, über das zu große Platzangebot bis hin zur Lage können die eigenen vier Wände im Alter zur Last werden. Treppen steigen, putzen oder der weite Weg zum Arzt könnten zu einem erhöhten finanziellen Aufwand wegen Treppenliften, Putzfrau oder Taxifahrten führen.

„Notwendige Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten belasten Nerven und Geldbeutel im Rentenalter besonders“, sagte Frank Haser, Inhaber der gleichnamigen Vermögensverwaltung aus Neu-Isenburg. Um die Herausforderungen zu meistern, könne beispielsweise eine altersgerechte Wohnung im Erdgeschoß vorteilhafter sein als ein dreistöckiges Haus. Die monatliche Kostenbelastung sinke, die Lebensqualität steige und die möglicherweise frei werdenden Mittel könnten für Reisen, Anschaffungen oder als Ruhepolster eingesetzt werden.

Ein Rund-um-Sorglos-Paket

Außerdem seien die zu erzielenden Verkaufspreise in vielen Großstädten im Rhein-Main-Gebiet derzeit sehr lukrativ. Als weitere Lösung könnte eine Seniorenresidenz in Frage kommen. Diese böten häufig ein Rund-um-Sorglos-Paket an, da sie zahlreiche Aktivitäten sowie ständige ärztliche Betreuung für ihre Bewohner im Angebot hätten. Diese bequeme Lösung habe natürlich ihren Preis und auch der Betreiber will sorgfältig ausgewählt werden.

„Bei vermieteten Immobilien gilt es noch genauer hinzugucken, damit sie im Rentenalter mehr Lust als Frust bleiben“, erklärte vom Schemm. Einerseits könnten Einnahmen erzielt werden, um die Rente aufzubessern. Vorausgesetzt die Objekte seien kontinuierlich mit solventen Mietern belegt. Andererseits würden neben Renovierungs- und Modernisierungskosten weitere Faktoren den Geldbeutel belasten. „Deckelungen bei den Mietpreisanpassungen und höhere Besteuerung des Immobilienbesitzes sind bereits mehr als reine politische Gedankenspiele, die zukünftig massiv auf Stabilität und Ertrag der vermieteten, aber auch selbstgenutzten Immobilie drücken können“, sagte Haser.

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Zudem werde das Immobilienmanagement, das zusätzliche Zeit und Kosten beanspruche, immer wichtiger, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Darüber hinaus belastet der demografische Faktor, denn immer mehr Rentner mit Immobilienvermögen stehen immer weniger Mietern gegenüber. Die Macht der Mieter könnte steigen und damit Druck auf die Mieten ausüben. „Die Aussichten für Immobilienbesitzer sind und bleiben jedoch positiv, allerdings sollte jeder Eigentümer seine Vermögensstruktur überdenken“, erklärte vom Schemm. Beide Vermögensverwalter raten zu einem Immobilienanteil von maximal 30 Prozent am Gesamtvermögen, um politische Eingriffe in der Zukunft zu meistern. So bleiben Immobilien während des Lebensabends auch weiterhin ein Traum. 

ku

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