Hessen schützt Firmen vor Kreditklemme

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Hessische Kleinunternehmen können ab sofort bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Kreditmittel aus einem neuen Kreditprogramm für kapitalschwache Betriebe mit bis zu 15 Beschäftigten beantragen.

Wiesbaden ‐ Hessische Kleinunternehmen können ab sofort bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Kreditmittel aus einem neuen Kreditprogramm für kapitalschwache Betriebe mit bis zu 15 Beschäftigten beantragen. Von Marc Kuhn

Darauf haben gestern in Wiesbaden Finanzminister Karlheinz Weimar und Wirtschaftsminister Dieter Posch hingewiesen. Die Landesregierung hatte den Fonds im Januar aufgelegt, um die drohende Kreditklemme zu bekämpfen und Kleinbetriebe unbürokratisch mit Kapital zu versorgen. Jetzt kann das Programm starten. „Gerade in der Folge der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise kommen viele kleinere Betrieben kaum an Kredite“, erklärte Weimar. „Dem verschaffen wir mit unserem Fonds gezielt und langfristig Abhilfe.“ Interessenten müssen sich an ihre Hausbank wenden, damit diese die Gewährung eines Darlehens aus dem Förderprogramm „Kapital für Kleinunternehmen“ bei der WIBank beantragt.

„Der Fonds ist exakt auf die Bedürfnisse von Kleinbetrieben zugeschnitten“, teilte Posch mit. „Mit dem neuen Angebot zeigt die Landesregierung, dass sie sich gezielt für die Belange des Mittelstandes und der kleineren Wirtschaftsbetriebe in Hessen einsetzt.“ Ziel ist es laut Posch, finanzschwachen Firmen, die allerdings keine Sanierungsfälle sein dürfen, Mittel für den laufenden Betrieb bereitzustellen. Aus dem zunächst mit 30 Millionen Euro ausgestatteten Förderprogramm könnten kleine Betriebe nach einem verkürzten Prüfverfahren Darlehen erhalten. Dazu gewähre der Fonds Nachrangdarlehen in Höhe von 25 000 bis 75 000 Euro. Der Wirtschaftsminister dazu: „Das hilft effektiv, etwa wenn Aufträge vorfinanziert werden müssen. Etwa 400 bis 500 Betriebe können davon profitieren.“

Weil der Fonds Darlehen gewähre, die als wirtschaftliches Eigenkapital gelten, hätten es die Betriebe zudem künftig leichter, weitere Kredite aufzunehmen. „Eine höhere Eigenkapitalquote verbessert schließlich langfristig das Rating der Unternehmen“, so Posch.

Weimar betonte, dass es sich bei dem zunächst bis zum Ende dieses Jahres befristeten Programm nicht um ein staatliches Kreditersatzprogramm handelt. Das Angebot sehe vielmehr vor, dass die Unternehmen bei ihrer Hausbank ein zusätzliches Darlehen über mindestens die Hälfte der Summe der Landeshilfen aufnehmen. „Damit wird auch die Kreditwirtschaft eng eingebunden, weil sie im Eigenrisiko zusätzliche Mittel bereitstellen muss“, sagte der Minister.

Entstanden ist die Idee zu dem Fonds in Zusammenarbeit von Hessischem Handwerkstag und der Initiative Zukunftsforum Finanzplatz Frankfurt. Abgewickelt wird er über die WIBank. Das Land übernimmt die Garantie für die Absicherung der Refinanzierung in Höhe von bis zu 30 Mio. Euro.

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