IHK kämpft für „Made in Germany“

Offenbach/Brüssel - Unternehmensvertreter aus der Region sind der Einladung des Serviceverbundes Südhessen International der IHK Offenbach, Hanau und Darmstadt gefolgt, um mit dem Dachverband der europäischen Kammern, bei einer Expertenanhörung für „Made in Germany“ zu kämpfen. Von Marc Kuhn

Die EU-Kommission will eine Richtlinie ändern, wie die IHK Offenbach berichtete. Das Land, aus dem die meisten Teile eines Produkts kommen, solle künftig als Ursprungsland angegeben werden.

„Wir wollen das bewährte und einfache Prinzip der ,letzten wesentlichen Be- oder Verarbeitung‘ bei der Feststellung des handelspolitischen Ursprungs erhalten“, erklärte Markus Weinbrenner, IHK-Geschäftsführer International. „Sollten komplizierte Regeln für jedes einzelne Produkt dieses einfache Prinzip ersetzen, gefährdet dies Unternehmen in ihrer Existenz, die auf den Begriff ,Made in Germany‘ setzen.“ Es käme zu „unnötigen bürokratischen Lasten“. Zudem stünden „Geschäftskonzepte, die auf ,Made in Germany’ aufbauen, in Frage und damit auch Arbeitsplätze“, so Weinbrenner.

„Made in Germany“

Thomas Picard, Geschäftsführer der Picard GmbH in Obertshausen, erklärte: „Wir haben ein Geschäftsmodell in den letzten Jahren entwickelt, bei dem wir Vorprodukte aus Tunesien beziehen und in Hausen zu Ledertaschen fertigen. Die letzte wesentliche Be- und Verarbeitung findet eindeutig hier statt, so dass wir das Label „Made in Germany“ für den Export der Produkte verwenden können.“

Mit der geplanten Regelung sei das Geschäftsmodell nicht mehr möglich. „Als Konsequenz würden wir die Taschen komplett im Ausland fertigen und die extra hierfür eingerichteten 15 Arbeitsplätze bei uns in Hausen wieder aufgegeben“, erläuterte Picard. Auch Bertold Heil, Leiter der Zollabteilung der LSG Sky Chefs aus Neu-Isenburg, steht den Plänen im Rahmen des modernisierten Zollkodex der EU skeptisch gegenüber und sieht „neue Belastungen auf das Unternehmen zukommen“.

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