Interview: Rentnern drohen Einbußen

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Professor Wolfgang Gerke

Mit einer stark steigenden Inflationsrate rechnet der Finanzwissenschaftler Professor Wolfgang Gerke. „Das bedeutet für die Rentner, dass sie ihren Lebensstandard nicht halten können“, sagte der Präsident des bayerischen Finanzzentrums am Rande einer Commerzbank-Veranstaltung unseren Redaktionsmitgliedern Marc Kuhn und Max Rempel in Offenbach.

Der Euro hat turbulente Zeiten hinter sich. In der Bevölkerung stößt er nach wie vor auf viel Skepsis. Wie sicher ist die Gemeinschaftswährung?

Das vollständige Interview lesen Sie in der Printausgabe unserer Zeitung.

Die Bevölkerung ist zu unrecht mit dem Euro unzufrieden. Er hat eine tolle Performance hingelegt. Die Bevölkerung hat das nur nicht gemerkt. Als Deutsche profitieren wir extrem vom Euro. Wir sehen das jetzt an unserem Export. Lächerlich ist, dass sich teilweise die Presse, teilweise die Bürger darüber aufregen, dass der Euro schwach sei. Das ist Unsinn. Der Euro ist stark. Wir müssen uns an einer anderen Stelle Sorgen machen: Das ist der innere Wert des Euro - die Kaufkraft. Wie hoch ist die Inflationsrate, wie hoch ist die Geldwertstabilität? Der Euro sah in den vergangenen Jahren gut aus. Das war die Fortführung einer erfolgreichen Notenbankpolitik, wie sie die deutsche Bundesbank vorgemacht hat.

Wo sehen Sie die Gefahren?

Wir haben zurzeit einen sehr stabilen Euro. Angesichts der extrem hohen Staatsverschuldung in den Industriestaaten insbesondere in den USA, aber auch in vielen europäischen Ländern, werden die Probleme in Zukunft abgearbeitet durch mehr Geldentwertung. Man wird die Rentner und Pensionäre indirekt enteignen zugunsten der Erwerbstätigen. Das heißt: Nach fünf Jahren haben wir Inflationsraten, die nicht unter zwei Prozent sind, sondern zwischen drei und vier Prozent liegen. Das widerspricht der Prognose der meisten Ökonomen.

Was bedeutet das für die Rentner?

Das bedeutet für die Rentner, dass sie ihren Lebensstandard nicht halten können.

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