EU-Vorstoß

Kommentar: Jedem sein Konto

Ein Konto für jeden - da schlägt endlich mal wieder das soziale Gewissen der Europäischen Kommission. Tatsächlich ist die Situation nicht erträglich: 58 Millionen Europäer haben keinen Zugang zu einer eigenen Bankverbindung. Von Detlef Drewes

In Ländern wie Bulgarien und Rumänien muss die Hälfte der Bevölkerung ohne eigenes Konto auskommen. Wenn man diesen europäischen Vorstoß beurteilt, sollte man nicht nur auf das vergleichsweise hohe deutsche Niveau schielen.

Tatsächlich zeigt aber das Beispiel der bundesdeutschen Kreditwirtschaft, dass ein Anrecht allein wenig bringt, wenn die Begleitumstände nicht stimmen. Das beginnt beim Pfändungsschutz beispielsweise für Empfänger von Hartz IV und reicht bis zum Überziehungsverbot. Eine gute Regelung muss beide Parteien schützen, das sei ausdrücklich gesagt, weil Banken nun einmal Wirtschaftsunternehmen sind, die für ihre Leistungen auch bezahlt werden wollen. Und das ist keineswegs unanständig.

Dennoch müssen auch sie sich bemühen, um mehr Wettbewerb, um mehr Service. Dass Brüssel auch in dieser Frage nicht nur Transparenz, sondern Vergleichbarkeit herstellen will, ist nur zu begrüßen.

Damit der Wildwuchs mit Zuschlägen, Abgaben und Gebühren endlich aufhört.

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