Commerzbank stellt Studie vor

Jeder fünfte Chef in Hessen ist eine Frau

Frankfurt - Geht es um das Thema Frauenquote, dann ist der hessische Mittelstand viel weiter als die Dax-Konzerne. Von Marc Kuhn

In den Firmen des Landes, die mindestens einen Jahresumsatz in Höhe von 2,5 Millionen Euro erwirtschaften, seien 22 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, sagte Günter Tallner, Vorsitzender der Geschäftsleitung Mittelstand Hessen der Commerzbank gestern in Frankfurt. In diesem Punkt steht Hessen besser da als der Rest der Republik. In Deutschland haben 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen einen weiblichen Chef - in den Konzernen liegt der Prozentsatz wesentlich niedriger. „Hinsichtlich Fachkräftemangel und demografischer Entwicklung macht der Mittelstand in der Führung schon jetzt einen besseren Job als die Großunternehmen“, erklärte Markus Beumer, Vorstandsmitglied der Commerzbank, zu den Ergebnissen der zehnten Studie der Initiative „Unternehmer-Perspektiven“. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Frauen und Männer an der Spitze - so führt der deutsche Mittelstand“. Die Frauenquote unter den Führungskräften sei bei den unter 30-Jährigen besonders hoch, erläuterte Michael Huvers, Bereichsleiter für Marketing bei der Mittelstandsbank der Commerzbank. Steffi Jones, Ex-Fußballerin und Schirmherrin der Untersuchung sagte: „Es gibt viele Frauen, die stark und Vorbild sind. “.

Der „Damenanteil in der ersten und zweiten Führungsreihe“ steige an, berichtete Tallner. Dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Faktor sei, würden 46 Prozent der hessischen Firmen sehen. Meist sind die weiblichen Geschäftsführer angestellt. In mittelständischen Führungsteams verantworten Frauen am häufigsten das Personalwesen, das Controlling und die Finanzen. Vertrieb und technische Bereiche sind nach wie vor oft in Männerhand, wie die Untersuchung ergab. Eine Frauendomäne ist das Gesundheitswesen, während sie im Maschinenbau kaum vertreten sind.

An der Spitze der mittelständischen Unternehmen in Deutschland stehen viele Führungsteams. Wie die Studie weiter zeigt, ist ein gutes Drittel der Topkräfte in Deutschland und Hessen unter 45 Jahre alt. Den patriarchalischen Unternehmer und Gründer, der allein die Geschäfte führt, gibt es kaum noch. Jeder zweite Manager ist angestellt und hält keine Unternehmensanteile.

Huvers erklärte weiter, Mittelständler würden in Führungsfragen unter sich bleiben. Dieses Ergebnis zeigte die Studie für Deutschland und Hessen. Die mit Abstand meisten Firmen rekrutieren ihre Führungskräfte aus dem eigenen Unternehmen.

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