Nur jeder vierte Rentner muss Steuererklärung einreichen

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Die Unsicherheit für Rentner ist groß: Seit Oktober 2009 müssen sie mit Kontrollen rechnen, ob sie ihre Bezüge ordnungsgemäß versteuert haben.

Langen ‐ Die Unsicherheit für Rentner ist groß: Seit Oktober 2009 müssen sie mit Kontrollen rechnen, ob sie ihre Bezüge ordnungsgemäß versteuert haben. Von Frank Pröse

Etwa 8,2 Millionen Datensätze werden von der Deutschen Rentenversicherung an die hessischen Finanzämter gemeldet und auf die Steuerpflicht hin überprüft. Letztlich muss zwar derzeit nur jeder vierte Rentner eine Steuererklärung abgeben. Doch haben bisher schätzungsweise 1,3 Millionen Rentner noch keine Steuererklärung abgegeben. Jetzt müssen die Ruheständler damit rechnen, dass sie das Finanzamt im Laufe des nächsten Jahres zur Abgabe von Einkommensteuererklärungen auffordert.

Renten waren schon immer steuerpflichtig, aber bis zum Jahr 2004 unterlagen zum Beispiel die Altersrenten der Einkommensteuer nur mit dem so genannten Ertragsanteil, so dass häufig keine Steuer anfiel.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Jahr 2002 dem Gesetzgeber aufgegeben, spätestens ab 1. Januar 2005 die Besteuerung der Renten zu reformieren. Diesem Auftrag ist der Gesetzgeber mit dem Alterseinkünftegesetz nachgekommen. Seit 2005 werden Renten „nachgelagert“ besteuert. Dass bedeutet, dass Rentenbeiträge, die in der Beitragsphase steuerfrei geblieben sind (beispielsweise der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung und Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen) im Zeitpunkt des Zuflusses der Rente steuerpflichtig werden.

Bis 2040 wird der Besteuerungsanteil der Renten jährlich erhöht. 2010 beträgt die Besteuerung 60 Prozent, 2040 wird sie 100 Prozent betragen. Zum Ausgleich dafür wird der Sonderausgabenabzug für entsprechende Beitragszahlungen nach und nach erhöht. Ab 2025 können diese zu 100 Prozent geltend gemacht werden.

Unterhalb des Grundfreibetrages in Höhe von 7 834 Euro pro Person (für 2009) bleiben die Renteneinkünfte steuerfrei. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn für einen alleinstehenden Rentner, der Rente seit 2005 oder früher bezieht, die Gesamtrente nicht mehr als 19 000 Euro beträgt und keine sonstigen Einkünfte (Kapitalvermögen, Vermietung) vorhanden sind. Je nach dem Jahr des Beginns der Rente und der Art (zum Beispiel gesetzliche oder Betriebsrente) werden Renten jedoch mit einem unterschiedlichen Prozentsatz der Besteuerung unterworfen, so dass keine generelle Aussage darüber getroffen werden kann, ob der Grundfreibetrag überschritten ist.

Auch wenn keine gesonderte Aufforderung ergeht, muss eine Steuererklärung bis spätestens 31. Mai des folgenden Jahres abgegeben werden, wenn erkennbar ist, dass die Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegen. Bei Unsicherheiten kann das zuständige Finanzamt befragt werden. Für weitere Informationen zur Rentenbesteuerung bietet unsere Zeitung am Dienstag, den 16. März, eine Telefonhotline an, bei der die Leser Fragen stellen können.

In der Zeit von 9 Uhr bis 12 Uhr stehen Ansprechpartner des Finanzamtes Langen zur Verfügung und werden Rede und Antwort stehen. Die Experten sind am Telefon: Regina Huther (069/85008-279), Ina Dosch (069/85008-280) und Dirk Kümmel (069/85008-281).

Die Finanzverwaltung weist jedoch alle Interessierten vorsorglich darauf hin, dass die Finanzämter nicht steuerberatend tätig werden dürfen und bittet um Verständnis, dass bei der Telefonaktion nur allgemeine Auskünfte erteilt werden können.

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