Kammern beenden Förderprogramm

Offenbach (dpa/ku) J Erfolg stoppt Ausbildungsprogramm: Mehrere Industrie- und Handelskammern steigen aus einer Initiative aus, die in ausländischen Firmen um Ausbildungsplätze warb.

Die Unternehmer wollten „nicht mehr länger mit dem Sonderstatus Migrationshintergrund konfrontiert werden“, begründete der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, Friedrich Rixecker, den Schritt. Erfolgreiche Firmeninhaber mit ausländischen Wurzeln fühlten sich integriert, sie lehnten inzwischen eine spezielle Beratung ab. Deshalb überführten die Kammern Offenbach, Darmstadt, Hanau, Gießen und Kassel die Betreuung in den Regelbetrieb. Die ausländischen Unternehmen „sind für uns Betriebe wie alle anderen auch“, berichtete Rixecker. Für sie werde weiter nach Auszubildenden gesucht.

Das Programm war 2001 vom Land Hessen aufgelegt worden. Seither schufen ausländische Firmen der IHK zufolge landesweit 4 666 Ausbildungsplätze, fast zwanzig Prozent davon entstanden in Stadt und Kreis Offenbach. Um ausländischen Unternehmern das System der betrieblichen Ausbildung näher zu bringen, wurden aus dem Programm Informationsmaterial, Sonderberater und Kurse für Ausbilder finanziert. Insgesamt flossen mehr als drei Millionen Euro von Land und Europäischem Sozialfonds. „Das Programm war ein Erfolg“, berichtete Rixecker.

„Wir brauchen die Landesmittel nicht mehr“, sagte er weiter. Mit ihnen sei ein Berater zu 70 Prozent finanziert worden. „Wir verzichten auf die Fördergelder, die Arbeit geht weiter“, so der IHK-Geschäftsführer.

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