Kein Frühjahrsaufschwung

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Offenbach/Hanau/Frankfurt/Nürnberg - Der Frühling ist auf dem Arbeitsmarkt in der Region noch nicht angekommen: In Stadt und Kreis Offenbach ist die Erwerbslosigkeit im April nur minimal zurückgegangen.

Exakt 17 000 arbeitslose Männer und Frauen seien gezählt worden, 32 oder 0,2 Prozent weniger als im März, teilte die Agentur für Arbeit Offenbach gestern mit. Der Rückgang war so gering, dass er sich nicht auf die Arbeitslosenquote niederschlug, die mit 7,1 Prozent auf dem Wert von Februar und März blieb. „Der Frühling hat den Offenbacher Arbeitsmarkt noch nicht erreicht“, erklärte Thomas Iser, Leiter der Offenbacher Arbeitsagentur.

In der Stadt Offenbach waren im April 6 893 Menschen arbeitslos, 0,9 Prozent weniger als im Vormonat, wie die Agentur weiter berichtete. Die Quote lag bei 11,3 gegenüber 11,4 Prozent im Vormonat. Im Bezirk des Standortes Rodgau mit den Städten Rodgau, Dietzenbach, Heusenstamm und Rödermark seien 3 665 Arbeitslose gemeldet worden, 0,2 Prozent weniger als im März, hieß es. Die Quote verharrte auf dem Vormonatswert von 5,8 Prozent. Im Bezirk Seligenstadt seien 2 574 Betroffenen registriert worden, ein Prozent weniger als im März, berichtete die Agentur. Die Arbeitslosenquote sei von 5,1 Prozent im März auf 5,0 Prozent gefallen. Im Bezirk des seit Jahresbeginn zur Agentur Offenbach dazugehörenden Standortes Langen mit den Städten Langen, Dreieich, Egelsbach und Neu-Isenburg seien im April 3 868 Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, 62 Menschen oder 1,6 Prozent mehr als im März. Die Quote habe bei 6,0 Prozent gegenüber 5,9 Prozent im Vormonat gelegen.

In Hanau ist die Arbeitslosenzahl um 45 auf 11 077 Betroffene gefallen, ein Rückgang um 0,4 Prozent. Die Quote verharrte auf dem Vormonatswert von 5,2 Prozent, wie die Agentur für Arbeit Hanau weitet mitteilte. „Der Frühling hat den Arbeitsmarkt auch im April noch nicht erreicht. Die Entwicklung des letzten Monats setzt sich nahtlos fort: ein mäßiger Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat, aber deutliche Anstiege gegenüber dem Vorjahres-monat“, erklärte Alexander Noblé, Leiter der Hanauer Arbeitsagentur.

Auch in Hessen hat sich die Zahl der Arbeitslosen im April kaum verändert. Insgesamt waren 190 318 Frauen und Männer arbeitslos - 321 oder 0,2 Prozent weniger als im März, wie die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit in Frankfurt mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 6,1 Prozent. „Die erwartete Frühjahrsbelebung blieb auch in diesem Monat zum zweiten Mal in Folge aus“, sagte Regionaldirektions-Chef Frank Martin.

In Deutschland sank die Zahl der Arbeitslosen in April nur um 78 000 auf 3 020 000. Das waren 57 000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg berichtete. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum März um 0,2 Punkte auf 7,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,0 Prozent gelegen. Der Frühjahrsaufschwung entfaltete demnach weniger Dynamik als sonst üblich. Die Bundesagentur führt diese Entwicklung auf die schlechte Witterung bis weit in den April hinein zurück. Branchen wie das Baugewerbe wurden dadurch gebremst. Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte: „Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt weiter in einer guten Grundverfassung, die aktuelle Entwicklung ist allerdings sehr gedämpft.“ Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosenzahl im April um 4 000 auf 2,938 Millionen. Nachgelassen hat nach Behördenangaben die Nachfrage nach Arbeitskräften. 441 000 Arbeitsstellen waren bei der Bundesagentur gemeldet, das sind 58 000 weniger als vor einem Jahr.

ku/dpa

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