Entkriminalisierung fördert Umsätze

Kiffen ein riesiger Wirtschaftsmarkt

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Der Marihuana-Verkauf in Denver erfreut die Kunden.

Offenbach - Die Zeit der illegalen Deals in dunklen Gassen ist vorbei. Zumindest in Teilen der USA. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes erlauben zwei Bundesstaaten den Verkauf und Genuss von Marihuana zu nicht-medizinischen Zwecken.

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Seit 1. Januar können Konsumenten, die älter als 21 Jahre alt sind, in Colorado offiziell in einem Laden Marihuana kaufen – in Washington soll es etwas später soweit sein. In beiden Fällen hatten die Bürger in einem Referendum die Legalisierung durchgesetzt. Die Läden in Colorado können sich sehen lassen. Sie wirken wie Geschäfte von Juwelieren oder Nobel-Wellnessstudios. Verschiedene Marihuana-Sorten sind in glänzend polierten Glasvitrinen ausgestellt. Gut informierte Verkäufer diskutieren mit Kunden über die Eigenschaften der Gras-Varianten. Es klingt fast, als ob sich ein Weinliebhaber über seinen Lieblings-Cabernet unterhält.

Bislang war in 20 US-Bundesstaaten der Marihuana-Konsum nur zu medizinischen Zwecken gestattet. Allein im Jahr 2010 erhielten 370.000 Amerikaner Cannabis auf Rezept. Doch die Regelungen in Colorado und Washington gehen viel weiter. Es wird erwartet, dass andere US-Bundesstaaten wie etwa Kalifornien bald ihrem Beispiel folgen könnten. Derzeit werden in den USA jährlich etwa 750.000 Menschen wegen Straftaten rund um Marihuana festgenommen. Diese Zahl wird mit der Legalisierung vermutlich sinken.

Die Legalisierung macht das Kiffen nach Angaben der „Arcview Group“, einer Schirmorganisation von Marihuana-Investoren, zu der am schnellsten wachsenden Sparte in den USA. Das Geschäft mit dem Anbau und Verkauf von Marihuana und Zubehör soll 2014 um 64 Prozent auf 2,34 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) wachsen. Bis 2018 werde die Marke von 10,2 Milliarden Dollar erreicht. Gar noch einen Schritt weiter als die USA ist Uruguay. Dort ist ab Mitte des Jahres nicht nur der staatlich kontrollierte Verkauf von monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana pro Person in Apotheken erlaubt, sondern auch der legale Anbau. Das weckt das Interesse der Pharmariesen: Schon jetzt stehen internationale Arzneiunternehmen Schlange, um Marihuana aus Uruguay dort anzukaufen oder zu produzieren.

dpa

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