Das Einfache ist gut genug

Kommentar zur Diskussion um Bahncard

Die Bahn macht sich Gedanken darüber, wie sie effizienter werden und der mobilen Konkurrenz auch in Zukunft Paroli bieten kann. Das ist gut so.

Schlecht wäre die Bahn jedoch beraten, wenn sie ihr bestechend einfaches und deshalb sehr erfolgreiches Bahncard-Modell über Bord werfen würde. Bestätigt wurden gestern vom Vorstand zwar nur „Planspiele“, beschlossen sei nichts und eine Abschaffung der Bahncard stehe schon gar nicht zur Debatte. Aber die Aussage eines Vorstands, es würde über „Rabatte gemäß Auslastung eines Zuges und individuelle Rabatte nach Kundenumsatz“ nachgedacht, lässt aufhorchen: Der Bahn schwebt wohl eine Art „Miles and more“-System wie bei der Lufthansa vor, das Vielnutzer belohnt und als System mit Karte auch zum Bezahlen genutzt werden kann. Also eine weitere Kreditkarte, die vorgeblich alles kann, aber kaum gebraucht wird.

Die Portemonnaies der Deutschen quellen über vor Cards unterschiedlichster Groß- und Kleinunternehmen, vor Payback- und Geldkarten und anderen chip-versehenen Plastikausweisen, die vor allem dazu da sind, Informationen zum Kaufverhalten zu sammeln und kaum helfen, Geld zu sparen. Der Kostenaufwand vieler Kartensysteme ist enorm, der Nutzen minimal. Die Bahn wäre gut beraten, nicht auf diesen Zug aufzuspringen: Bei der Bahncard gibt es für den Jahresbetrag x immer und überall die Ermäßigung z. Was will der Verbraucher mehr? Ein transparenteres Preissystem ist nicht vorstellbar. Die Bahncard ist einfach gut, und das sollte sie auch in Zukunft sein.

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