Wer repariert den VW-Schaden

Kommentar: Fachkräfte gesucht

Lug und Betrug, wohin man auch schaut in den Vorstandsetagen. Volkes Meinung scheint so weit von der Realität nicht entfernt zu sein: Die Herren in Nadelstreifen kriegen einfach den Hals nicht voll genug. Von Frank Pröse

Frank Pröse

Oft auf Kosten der Kunden und/oder der Kleinanleger versuchen sie, die ihnen anvertrauten Kassen und damit ihre eigenen Taschen zu füllen. Kriminelle Energie gilt dabei als lässliche Sünde, ihre Folgen landen in der Ablage für Kavaliersdelikte. War was?. Die unehrenhaften Machenschaften von Bankern und Managern gehören zum System, die Wirtschaftselite hat sich so komfortabel eingerichtet. Sie wird ja auch selten erwischt und nur in Ausnahmefällen zur Verantwortung gezogen für Untreue, Unterschlagung, Steuerbetrug, Korruption. Ihre Protagonisten müssen zudem auch äußerst selten dafür geradestehen, wenn sie wegen Unfähigkeit, Ignoranz oder Selbstüberschätzung riesige Vermögen zulasten von Aktionären, Mitarbeitern oder der gesamten Wirtschaft vernichtet haben. Rücktritt oder Entlassung mit Millionen im Rücken, das war´s. Sollen doch die Deppen die Kohlen aus dem Feuer holen.

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Insofern wären Rücktritt oder Entlassung von VW-Konzernchef Winterkorn das falsche Signal. Er hat gefälligst das Chaos aufzuräumen, dass unter seiner Ägide entstanden ist. Der Ruf nach einer unverbrauchten neuen Führungskraft ist wohlgefällig. Was soll der Mann im riesigen VW-Reich bringen? Außerdem: Selbst beim Weltkonzern herrscht auf der Etage mit den dicken Teppichen Fachkräftemangel. Nach dem Manager, der das von Volkswagen zerstörte Vertrauen in deutsche Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit wieder herstellen kann, wird lange gesucht werden müssen.

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