WhatsApp-Übernahme durch Facebook

Kommentar: Spitze des Datenklaus?

Offenbach - Im Kampf um die „digitale Weltherrschaft“ gegen die Konkurrenten Google und Apple hat Mark Zuckerberg einen weiteren Coup gelandet: 19 Milliarden Dollar ist der Chat-Dienst WhatsApp dem Facebook-Chef wert. Eine unglaubliche Summe, die viele Nutzer alarmieren sollte. Von Ronny Paul

Denn nach der Übernahme der Foto-Community Instagram, bei der die Rechte an den veröffentlichten Bildern der Nutzer überschrieben werden, sichert sich Facebook nun auch die Verwertungsrechte am geschriebenen beziehungsweise gesprochenem Wort der WhatsApp-Mitglieder.

Noch beängstigender erscheint da, dass der Chat-Dienst über die Mikrofonfunktion als Wanze genutzt werden kann, selbst wenn das Programm inaktiv ist. Daher ist es ratsam, das Handy bei wichtigen Gesprächen ganz auszuschalten. Dem herkömmlichen Chatter ist dies meist nicht bewusst. Doch nach dem NSA-Skandal scheinen einige die Zeichen der Zeit erkannt zu haben, und schwenken auf verschlüsselte Chat-Dienste wie etwa Threema um. So könnte der Megadeal sogar nach hinten los gehen.

Auch die Reaktionen im Internet sind geteilt: Die einen wollen nichts verändern, nennen WhatsApp schlicht praktisch und ignorieren die Durchleuchtung des Einzelnen. Andere prophezeien, dass WhatsApp zur Geisterwelt verkomme, weil Nutzer sich ihre Privatsphäre erhalten wollten. Doch ob 20 Millionen Deutsche User WhatsApp in Zukunft den Rücken kehren, ist zurzeit noch schwer vorstellbar. Sicher ist jedoch, dass Facebook die Nutzerdaten des Dienstes mit den eigenen abgleichen und verknüpfen wird.

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