China wertet Währung ab

Kommentar: Wachstum in Gefahr

China hat die Notbremse gezogen. In den vergangenen Wochen war die Wirtschaft in Turbulenzen geraten. Die Börsen stürzten ab. Die Exporte brachen ein.

Marc Kuhn

Nun hat die Zentralbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt die Währung deutlich abgewertet. Sie versucht zwar zu beruhigen. Dennoch ist klar: Bei dem Regime schrillen die Alarmsirenen. Bleibt der Außenhandel schlecht, gerät das festgelegte Wachstumsziel der Wirtschaft von sieben Prozent in Gefahr. Mit der Abwertung des Yuan soll jetzt der Export angekurbelt werden, weil chinesische Produkte im Ausland billiger werden. Umgekehrt werden Importe teurer. Deshalb rächt sich die Exportstärke nicht nur Deutschlands. Das Wachstum der Europäischen Union und der USA wackelt. China ist ein riesiger Zukunftsmarkt. Insbesondere deutsche Auto- und Maschinenbauer setzen große Hoffnungen auf ihn. Schwächelt der Verkauf im Reich der Mitte, wirkt sich dies auf Wachstum und Arbeitsmarkt hierzulande aus. China könnte sich aber auch einen Bärendienst erweisen. Das Regime in Peking bemüht sich zurzeit darum, dass der Yuan in den Eliteclub der globalen Reservewährungen aufgenommen wird. Der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen sind in dem IWF-Währungskorb. Würde der Yuan aufgenommen, könnte das Vertrauen von Investoren wachsen, die Wirtschaft würde profitieren. Allerdings werden Chinas Kapitalströme immer wieder reglementiert, der Yuan ist nicht wirklich frei konvertierbar – dafür hat die Zentralbank nun erneut einen Beweis geliefert. So bleibt fraglich, ob der Yuan in die Reihen der Top-Währungen aufgenommen wird.

Chinas Regime geht das Risiko dennoch ein. Offenbar ist es angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung sehr nervös.

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